„Ich weiß, dass ich jederzeit sterben kann.“

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Es gibt auch bessere Zeiten, ein Interview mit 1914 zu führen: „Die letzten drei Nächte hatten wir Drohnenalarm, ich habe kein Auge zugemacht“, berichtet ein sichtlich nicht ausgeschlafener Dima aus seiner Heimatstadt Lviv in Galizien, ganz im Westen der Ukraine. Seit 2022 herrscht in seiner Heimat offener Krieg, was ­VIRIBUS UNITIS, obwohl es sich wie alle seine Vorgänger mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigt, geradezu verpflichtet, eine Brücke über mehr als ein Jahrhundert zu schlagen.

Kämpfen für Frieden

Metal und Krieg gehen häufig eine Ehe ein, und nicht immer die glücklichste. „Es ist so oberflächlich“, beklagt Dima. „Metal-Fans haben, so mein Eindruck, kein wirkliches Interesse an Lyrik, an Texten.“ Dadurch kann es zu Missverständnissen kommen, ist er überzeugt, aber mehr noch beschäftigt ihn der allgemeine, wie er sagt, „naive“ Umgang mit Krieg. „Versteh mich nicht falsch: Pazifismus ist gut, aber wenn es zum Krieg kommt, ist es nicht hilfreich, einfach zu hoffen, er möge bitte wieder verschwinden.

Wenn es Krieg gibt und dieser Krieg dich bedroht, musst du handeln. Dieser Krieg wird aufhören, wenn die Ukraine keine Waffen mehr bekommt – aber nicht im Guten, sondern mit der Zerstörung unseres Landes, unserer Kultur, unserer Geschichte. Ich möchte ganz deutlich sagen: Wir glorifizieren den Krieg nicht, wir sind als Band hundert Pro­zent gegen Faschismus und hundert Prozent gegen Krieg. Aber wir leben in einem. Ich musste Freunde begraben. Damit das aufhört, müssen wir kämpfen.“

1914-Alben beginnen und enden immer mit zwei kurzen historischen Stücken, ‘War In’ und ‘War Out’. Die Idee ist, damit so ähnlich wie ein Hypnotiseur den Hörer explizit in eine andere Zeit zu schicken und ihn dann wieder im Jetzt abzuliefern. VIRIBUS UNITIS benutzt diesen Kunstgriff ebenfalls, nur dass es ein ‘War Out’ im befreienden Sinn natürlich nicht geben kann. Der letzte Song des Albums ist eine alte Version der ukrainischen Nationalhymne, ‘Ще не вмерла Україна’ („Noch ist die Ukraine nicht gestorben“), wie sie damals in der 1917 gegründeten Volksrepublik genutzt wurde – eine Brücke ins Heute, verankert nicht im Ersten Weltkrieg, sondern in dem, was direkt danach kam.

„Ich weiß, dass ich jederzeit sterben kann.“

„Das Album endet 1919 mit einem weiteren Krieg, dem zwischen Polen und der gerade entstandenen Ukraine. Ein Krieg, von dem die meisten Menschen noch nie etwas gehört haben. Ein Krieg, der illustriert, dass der Mensch nie etwas aus der Geschichte lernt.“ Dima ist müde und klingt vielleicht deswegen besonders pessimistisch: „Ich habe keine Pläne. Wenn ich nachts im Keller hocke und die Flugabwehr, die hier direkt neben meinem Haus stationiert ist, in Aktion höre, weiß ich, dass ich jederzeit sterben kann.“

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Quelle: METAL HAMMER.de