Kritik zu Schöngeist SCHWARZ VOR AUGEN
Nach zwölf Jahren melden sich die Dark-Rocker Schöngeist aus München zurück und beweisen theatralisch, dass sie sich seitdem weder auf die faule Haut gelegt haben noch in der Zeit steckengeblieben sind: ‘Fake News’ könnte thematisch nicht aktueller sein und liefert dröhnende, volle Gitarren, die auch aus dem Hause Eisbrecher stammen könnten. Das ist nicht verwunderlich, da sich Eisbrecher-Frontmann Alexander Wesselsky in die Formation geschlichen hat und als Gast-Songwriter sein Unwesen treibt, was man besonders ‘Feuer und Eis’ anmerkt. Lieder wie ‘Schwarz vor Augen’ oder ‘Supernova’ hingegen wecken mit Streichinstrumenten, die die harten Klänge sanft unterstützen und akzentuieren, eher Assoziationen an die Werke von Letzte Instanz und, überraschenderweise, Falco. Wesselsky ist nicht der einzige Gast, den SCHWARZ VOR AUGEN vorweisen kann. In ‘Du Du Du’ singt und schrammelt Jen Majura (Ex-Evanescence) mit, was das Lied sehr vom Rest des Albums abhebt.
🛒 SCHWARZ VOR AUGEN bei Amazon
Im Stil von Trios ‘Da Da Da’ lockert es das Gesamtwerk mit einem schlager-würdigen Text und einer stumpfen sowie (leider) sehr ohrwurmtauglichen Melodie auf, was stark im Kontrast zum zweideutigen und stahlharten ‘Ich bin kein Muss’ steht. Auch im weiteren Verlauf des Albums kommt keine Langeweile auf und es geht abwechslungsreich weiter. ‘Horizont’ kann nicht vollständig in die Balladenschublade gesteckt werden, dafür hält sich der Schlagzeuger nicht genug im Hintergrund. Es bleibt jedoch das ruhigste Lied des Werks und bietet durchaus Potenzial, um das Feuerzeug aus der Tasche zu kramen. Das Comeback-Werk SCHWARZ VOR AUGEN entfacht Neugier auf das, was Schöngeist hoffentlich in der näheren Zukunft geplant haben.
***
Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung
***
Quelle: METAL HAMMER.de
















