Kritik zu Overdrivers GLORY OR NOTHING

Fiel die Band auf ihrem im Jahr 2018 erschienenen Album SHE’S ON HER PERIOD mit noch stumpferen Schlüpfrigkeiten und Song-Namen (‘The Best Blowjob In History’ oder ‘Show Your Boobies’ dienen hier als Beispiele) als dem an sich schon arg tumben Titel(-Track) auf, haben sich die Franzosen zum zehn­jährigen Band-Geschehen nun scheinbar stärker am, nun ja, Riemen gerissen. Zwar suggerieren Titel wie ‘Guitar Playboy’ oder ‘My Girlfriend Is A Pornstar’ noch immer keine tiefsinnigen thematischen Abhandlungen, halten das Anzüglichkeits-Level aber zumindest auf einem noch zu tolerierenden Niveau. Musikalisch haben Sänger und Rhythmusgitarrist Adrien Desquirez sowie Lead-Gitarrist und Background-Sänger Anthony Clay ihren AC/DC-geschulten Heavy Rock indes weiter perfektioniert und mischen ihrem anvisierten Stadion-Sound sogar ein paar für ihre Verhältnisse extravagante Einflüsse bei.

🛒  GLORY OR NOTHING bei Amazon

So kann Clay insbesondere in einem Song wie ‘Meet The Monsters’ den Malmsteen-verliebten, klassisch geprägten Etüdenfrickler geben oder darf Desquirez in ‘Ready For The Rodeo’ stimmlich außerhalb der Bon Scott-Spur agieren und mit dezenter Sleaze-Schräglage an Faster Pussycats Taime Downe gemahnen. Davon (und auch von gelegentlichen powermetallischen Chor­­tendenzen in Songs wie ‘We Are One’ oder ‘In Fear, Blood And Fire’) einmal abgesehen, bedienen Overdrivers mit gut komponierten und exerzierten Songs in erster Linie aber weiterhin jenen Aussie-Rock-Bedarf, den manch einer zwischen Alben und Tourneen des von Angus angeführten Originals und denen von Airbourne vielleicht noch immer hat.

***
Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung
***



Quelle: METAL HAMMER.de