„Wir bauen unseren Kölner Dom.“
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Sound-Schützenhilfe
Über den langjährigen Band-Unterstützer, A&R-Mann und Spinefarm-Label-Mitarbeiter Dante Bonutto konnten Airbourne einen nicht ganz unbekannten Kanadier als Co-Komponisten zweier Songs gewinnen: Bryan Adams. Der Pop-/Rock-Sänger von Achtziger-Evergreens wie ‘Summer Of ’69’ oder ‘Run To You’ bekam kurzerhand die Demoversionen der Songs ‘Here She Comes’ und ‘Who Put The Rhythm In You’ zugesandt, um seinen Song-Schreiber-Senf dazuzugeben. Adams seinerseits zeigte sich nicht nur von dem Material begeistert, sondern brachte zudem noch einen bescheidenen Vorschlag ein.
„Bryan Adams schrieb uns zurück und meinte, er sei einer der wenigen Menschen, die noch Kontakt zu ‚Mutt‘ Lange haben und regelmäßig mit ihm sprechen. Er fragte uns, ob wir etwas dagegen hätten, wenn er diese Demos auch noch an ihn weiterleiten würde“, erzählt Joel mit leuchtender Ehrfurcht in den Augen. „Nach all dem, was wir früher mit unseren Lange-Analysen gemacht hatten, war es für uns natürlich das Größte auf der Welt: Zwei unserer Songs zu Ohren zu bekommen, nachdem ‚Mutt‘ Lange sie bearbeitet und seine Magie hat wirken lassen.“ Eine Magie, die nichts von ihrer Wirkung verloren hat, wie man an besagten Stücken, die zweifellos zu Airbournes bisherigen Hit-Höchstleistungen zählen, hören kann.
Unterschiedliche Engel
„Wir waren mit unserer Diagrammanalyse nicht mal nah dran an dem, was er zu vollbringen imstande ist“, bestätigt Ryan. „Lange hat polyrhythmische Verschiebungen in die Songs eingebaut, Parts getauscht, sie komplett verbessert. Er ist ein echtes Genie. Wie Bach. Oder da Vinci. Joel und ich werden uns wohl noch den Rest unseres Lebens ungläubig in den Arm zwicken, dass das wirklich passiert ist!
Aber zu dem Zeitpunkt haben wir diese einmalige Chance einfach nur fest mit beiden Händen ergriffen“, erklärt Ryan, während Joel ein delikates Detail preisgibt: „Bryan Adams und ‚Mutt‘ Lange haben beide in den von ihnen bearbeiteten Demoversionen der Songs jeweils ihre eigenen Gesangsspuren hinterlassen. Die haben wir natürlich beibehalten und ebenfalls auf dem Album verewigt.
Ruhm und Reputation
Immer im Hinterkopf habend, dass wir unseren Kölner Dom bauen. Und da braucht es eben die unterschiedlichen Engel. Und das Team.“ Ein Team, zu dem sich im letzten Arbeitsschritt noch ein weiterer wichtiger Player gesellen sollte. „Joel hat bereits erwähnt, dass wir etwas von unserem eigenen Geld in das Album investiert haben. Nach dieser Aktion war unser Budget zwangsläufig recht ausgeschöpft, aber wir wollten unbedingt, dass Zakk Cervini den finalen Mix macht“, erklärt Ryan die auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnliche Wahl des amerikanischen Produzenten und Mischers, dessen Ruhm und Reputation auf Arbeiten für Acts wie Machine Gun Kelly, Bring Me The Horizon oder Architects begründet ist.
„In der Vergangenheit haben wir immer gerne Old School-Alben gemacht und diese auch nach dem Verständnis der alten Schule gemixt“, nimmt Joel den Faden auf. „Aber in der heutigen Welt ist das wie Kriegsführung mit Pfeil und Bogen. Insofern griffen wir diesmal lieber zu den Atomwaffen“, so der Sänger grinsend. „Uns war bewusst, dass wir mit all den anderen aktuellen Sounds aus den Stereoanlagen und Radios mithalten müssen. Zakks Mix klang für uns wie die Zukunft der Band. Die Zukunft des Rock’n’Roll. Ähnlich wie damals, als ‚Mutt‘ Lange Joe Elliott fragte, ob dieser ein weiteres HGH AND DRY machen wolle oder lieber etwas, das es zuvor noch nicht gab.
Voluminöser, detaillierter und frischer
Def Leppard haben daraufhin PYROMANIA gemacht.“ Dass Airbourne für ihren zukunftsorientierten Sound-Wunsch und Cervinis Dienste noch mal eigens circa 100.000 Dollar aus der Band-Kasse hinzugebuttert haben, spricht Bände über ihre Zuversicht. Doch das Ergebnis gibt ihnen recht: AIRBOURNE klingt in jeder Hinsicht voluminöser, detaillierter und frischer als alles, was die Band bis dato veröffentlicht hat.
Was Joel und Ryan O’Keeffe beim Interview in London über das neue Album AIRBOURNE, Tom Cruise, Christopher Nolan und den Kölner Dom zu berichten hatten, lest ihr in der METAL HAMMER-Septemberausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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Quelle: METAL HAMMER.de















