Kritik zu Europe COME THIS MADNESS

Es gibt bestimmt unverbesserliche Romantiker, die sich eine Rückkehr von Europe zu ihrem Stil der Achtziger Jahre wünschen – denen muss man auch 2026 mitteilen: Ihr müsst weiter (vergeblich) warten. Die Schweden setzen über zwei Jahrzehnte nach ihrem Comeback weiter auf klas­sischen Hard Rock der Deep Purple-Liga, interpretieren diesen aber betont locker (und natürlich ohne jeglichen Haarspray-Glamour). Spannungsgeladene Balladen (‘This Time Of Year’) beherrscht das Quintett weiterhin ebenso perfekt wie zeitlosen Siebziger-Rock (Titel-Song, ‘Scandinavian Eyes’, ‘Takin’ It Back’). Was COME THIS ­MADNESS (wie einigen der Vorgänger­alben) abgeht, sind die absoluten Hits und Ohrwürmer. Aus den Grund-Riffs von ‘In A Different World’, ‘The Devil’s Back’ oder ‘Nothing Can Follow This’ hätte man im Chorus vielleicht sogar noch mehr rausholen können. Welchen Ruf diese Truppe (völlig zu Recht) immer noch genießt, sieht man an den Gastauftritten von Tobas Forge (Ghost), Mikael Åkerfeldt (Opeth) oder auch dem Team hinter den Kulissen, ­welches aus Produzent Tom ­Dalgety (unter anderem Rammstein, ­Pixies, The Cult) sowie Mischer Mike Fraser (AC/DC, Van Halen, Metallica) besteht. COME THIS MADNESS präsentiert Rock in diversen Kategorien auf höchstem quali­tativem Niveau. Was bleibt, ist ein überzeugendes Album einer hervorragenden, unaufgeregten, selbstbewussten Band. Damit kann man bestens leben.

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Quelle: METAL HAMMER.de