Kritik zu Godflesh DECAY
Die, die am härtesten zuschlagen, trifft es manchmal am härtesten – es sind gesundheitliche Gründe, die Justin Broadrick ankündigen ließen, Godflesh live sofort und die seit 1988 währende Partnerschaft mit Bassist G.C. Green nach zwei Abschiedsalben zu beenden. DECAY ist der erste Teil dieser finalen Attacke, und erwartbar ist es auch ein (bedingt nostalgischer) Blick in die Vergangenheit. Godflesh werden gerne als Pioniere des Industrial Metal genannt, tatsächlich muss man aber nur bis zur vorigen Veröffentlichung zurückschauen, um das beherrschende Non-Metal-Element ihres Sounds zu finden: Dub. Ursprünglich aus dem Reggae stammend und für Remixe genutzt, fanden die involvierten Produktionstechniken über Post Punk ihren Weg zu Justin – und machten Dub-Versionen ihrer Songs zu einer Art Paralleluniversum. DECAY gelingt es, das alles wieder zu verschmelzen und – erinnernd an SLAVESTATE & Co. – mit seinen knappen sechs Songs Gehirnmasse zu pürieren und gleichzeitig eine das Nirwana erahnende Illusion von Raum aufzutun. Es ist natürlich eine Metapher des Niedergangs, aber gleichzeitig eine Erinnerung daran, wie kompromisslos und heavy diese Band auch kurz vorm Nadir noch sein kann. Seit FROM ALL PURITY von Indian hat mich nichts so zermörtelt wie dieses Album, Respekt!
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Quelle: METAL HAMMER.de

















