Kritik zu Wolfbrigade HOWL FROM UNDERGROUND

Wolfbrigade brauchen keine große Anlaufphase: Mit HOWL FROM ­UNDERGROUND beißen sich die schwedischen D-Beat-Veteranen durch zwölf Songs und knapp 31 Minuten, als gäbe es kein Morgen. Nach dem starken Comeback LIFE KNIFE DEATH legen sie an Wucht und Intensität zu. Das zwölfte Album klingt so fett, dreckig und unmittelbar wie kaum ein Vorgänger – ohne dabei die rohe Punk-Attitüde ihrer Anfangstage über Bord zu werfen. D-Beat, Crust, Hardcore und metallische Gitarrenwände verschmelzen zum gewohnt brachialen „Lycanthro Punk“. Für den Sound zeichnet diesmal Lawrence Mackrory verantwortlich, der bereits mit Meshuggah, Katatonia und Bloodbath gearbeitet hat. Die Entscheidung, erstmals seit Jahren wieder einen externen Produzenten ins Boot zu holen, zahlt sich aus: Die Songs klingen massiv und transparent, behalten aber genügend Dreck unter den Fingernägeln. Dazu dürfte die Rückkehr von Drummer David „Dadde“ Stark zusätzlichen Druck erzeugt haben. An der musikalischen Grundformel wird nicht gerüttelt, allerdings erweitern Wolfbrigade ihren Radius behutsam. ‘When Dogs Cry’ setzt auf eine über­raschend melancholische Note, auch ‘Cold War Bootlicker’ arbeitet mit atmosphärischen Momenten, insgesamt wird aber weiter energiegeladen, stoisch und unaufhaltsam nach vorne gewalzt. Thematisch dreht sich alles um Widerstand gegen die Dressur des Menschen, gesellschaftlichen Gehorsam und den Wunsch, das Animalische wieder freizulegen. Das passt nicht nur zum Wolfsmotiv, sondern auch perfekt zum Sound. HOWL FROM UNDERGROUND ist keine Neuerfindung, sondern eine konsequente Verschärfung des Wolfbrigade-Universums. Wütend, kompakt und verdammt bissig – genau so muss D-Beat-Metal klingen.

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Quelle: METAL HAMMER.de