Labels nehmen zu viele Bands unter Vertrag
Udo Dirkschneider sollte in einem aktuellen Interview mit Rock Kommander einordnen, wie sich aus seiner Sicht das Musikgeschäft seit den Achtziger Jahren verändert. Mit dabei beim Gespräch, das beim Rock Hard Greece Festival am 12. September 2026 in Athen geführt wurde, war auch sein Sohn Sven, mit dem am Schlagzeug der Ex-Accept-Sänger sowohl bei U.D.O. als auch Dirkschneider musiziert. Kernpunkte: Sven kommt auf Dwarf Metal nicht klar, Udo käme heutzutage mit weniger Bands klar.
Konzeptzwang?
Zunächst analysierte Sven Dirkschneider: „Der größte Unterschied war, dass die Musiker damals völlig frei an die Sache herangingen. Sie wussten gar nicht, was sie taten, sondern schrieben einfach Songs. Vielleicht gab es eine Richtung, auf die man abzielen wollte. Aber man ging in den Proberaum, jemandem fiel ein Riff ein — und dann fing man an, daraus einen Song zu entwickeln. Heute ist alles schon vorgegeben. Wenn man ein Genre bedienen will, muss man dies und jenes machen. Es gibt bestimmte Regeln darüber, was man nicht machen sollte. Zudem gibt es sehr viele Sub-Genres, dass man kaum noch durchblickt. Mittlerweile gibt es sogar Dwarf Metal. Ich finde das verrückt.
Natürlich ist es cool, wenn Neues entsteht, aber manchmal ist es schon ein bisschen komisch. Warum nennen wir es nicht einfach Heavy Metal? Wir können von Death Metal oder Thrash Metal reden. Das ist alles nachvollziehbar. Aber wir lassen uns Dwarf Metal einfallen? Kommt schon, das verstehe ich nicht. Tut mir leid. Das ist der größte Unterschied zwischen früher und heute: Man braucht ein Konzept. Heute gibt es all diese Konzept-Bands, bei denen die Fans interagieren können, sich eine Gesichtsmaske holen oder schminken, zu den Shows gehen und eine echte Verbindung zur Band aufbauen.“ Als Beispiele führt Sven anschließend Sabaton, Powerwolf und Ghost an, wobei er mit Dwarf Metal gewiss auf Wind Rose anspielt.
Band-Schwemme?
Anschließend referierte Udo Dirkschneider ebenfalls noch über Konzept-Bands, wobei der 74-Jährige letztlich auf das musikalische Überangebot von heute zu sprechen kam. „Es gibt heutzutage sehr viele Bands. Das ist auch ein Unterschied zwischen den Achtzigern und heute: In den Achtzigern gab es nicht so viele Bands. Da gab es die Scorpions, Accept, Mötley Crüe, Iron Maiden, Judas Priest, Motörhead und all diese Sachen. Aber es gab eben insgesamt nicht so viele Bands. Heute – wie drücke ich das aus? – schaffen sich die Plattenfirmen ihre Probleme selbst, indem sie zu viele Bands unter Vertrag nehmen. Man könnte allein über das Geschäft der Plattenfirmen reden. Ich glaube, sie machen vieles falsch.“ Das neue U.D.O.-Album VOODOO RANGER erscheint im Übrigen am 8. Januar 2027 über Reigning Phoenix Music.
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Quelle: METAL HAMMER.de
















