Kritik zu THE WITCHER 3: WILD HUNT

Nein, das hier ist kein Witz. Mehr als ein Jahrzehnt nach der Veröffentlichung von ‘The Witcher 3: Wild Hunt’ (2015) ist es an der Zeit, den Titel einer erneuten Sichtung zu unterziehen. Schließlich hat Entwickler CD Projekt Red kräftig nachgebessert und das Abenteuer um Hexer Geralt von Riva auf die grafischen Standards der aktuellen Konsolengeneration angepasst – zumindest, sofern dies möglich ist. Und ‘The Witcher 3: Wild Hunt’ zeigt: Auch mehr als eine Dekade nach seiner Veröffentlichung gibt es kein Rollenspiel, das auch nur ansatzweise in die Nähe seiner erzählerischen wie inszenatorischen Brillanz kommt. Mit dem grafischen Upgrade baut CD Projekt Red diesen Vorsprung sogar noch ein Stück weiter aus. Was damals bereits beeindruckte, wirkt heute kaum weniger überwältigend. Die offene Welt steckt noch immer voller Geschichten, die weit über klassische Neben-Quests hinausgehen. Selbst vermeintlich kleine Begegnungen können sich zu mehrstündigen Erzählungen entwickeln und zeigen, wie viel Liebe zum Detail in ‘The Witcher 3: Wild Hunt’ steckt.

Geralt ist dabei mehr als ein bloßer Protagonist. Seine Entscheidungen haben Konsequenzen, seine Beziehungen fühlen sich glaubwürdig an, und selbst moralisch eindeutige Antworten sind selten. Die technische Überarbeitung tut ihr Übriges. Schärfere Texturen, bessere Beleuchtung und moderne Effekte lassen das ohnehin beeindruckende Königreich noch atmosphärischer wirken. Natürlich sieht man dem Spiel sein Alter an: Manche Animationen und Systeme wirken inzwischen etwas behäbig. Doch erstaunlicherweise fällt das kaum ins Gewicht. ‘The Witcher 3: Wild Hunt’ ist damit nicht einfach nur gut gealtert. Es ist ein Rollenspiel, an dem sich das Genre noch immer messen lassen muss. Das Upgrade macht aus einem Klassiker zwar kein neues Spiel, erinnert aber eindrucksvoll daran, weshalb Geralt und seine Welt bis heute unerreicht wirken – und zeigt, dass die Formel auch technisch wie optisch auf der Nintendo Switch 2 aufgeht.



Quelle: METAL HAMMER.de