Lombardo über REIGN IN BLOOD-Kritiken

Heute gilt REIGN IN BLOOD als Blaupause des Thrash Metal. Als Slayer das Album am 7. Oktober 1986 veröffentlichten, sahen das aber längst nicht alle so. Zum 40. Jubiläum blickt der frühere Slayer-Schlagzeuger Dave Lombardo im Gespräch mit Ed Hack von This Day In Metal zurück. 

Am Kiosk las Lombardo damals die Besprechungen über Slayer – und die fielen gemischt aus. „Die Kritiken waren damals nicht alle großartig“, erinnert er sich. Für REIGN IN BLOOD setzte es oft Prügel. Doch mit der Zeit drehte sich der Wind. „Nach einer Weile mussten sie offensichtlich nachziehen“, sagt der Schlagzeuger. 

Slayer: Der Ruhm von REIGN IN BLOOD kam schleichend 

Einen Durchbruch über Nacht gab es für Slayer nicht. Das Interesse wuchs über die Jahre 1987 und 1988 bis zum Nachfolger SOUTH OF HEAVEN. „Das war ein fortlaufender Prozess, nicht von jetzt auf gleich“, erinnert sich Lombardo. 

Dass die Musik Spuren hinterließ, zeigte sich spätestens, als andere Bands Slayer kopierten: „Wenn andere Bands anfangen, dich zu imitieren, merkst du: Wow, wir beeinflussen wirklich viele Fans.“ Einmal bekam der damalige Schlagzeuger ein Demo zugesteckt und hörte es hinten im Tourbus – es klang exakt wie Slayer. „Nachahmung ist das größte Kompliment, aber das war schon offensichtlich“, sagt er. 

Ein weiteres Indiz lieferte eine Show im Hollywood Palladium in Lombardos Wahlheimat Los Angeles. Das Konzert war überverkauft, draußen kam es zu Krawallen, und die Polizei rückte mit einer Sondereinheit an. Für Lombardo ein klares Zeichen: „Wir machen offensichtlich etwas richtig.“ Um die Zweifler macht sich Lombardo keine Sorgen: „Wir warten. Die Leute kommen schon noch, das verschwindet ja nicht.“

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REIGN IN BLOOD: Zwischen Kontroverse und Gold-Status 

REIGN IN BLOOD erschien bei Def Jam und war Slayers erste Zusammenarbeit mit Produzent Rick Rubin. Das britische Magazin Kerrang! kürte die gerade einmal 29 Minuten kurze Platte später zum „härtesten Album aller Zeiten“.  

Leicht hatte es das Album dennoch nicht: Wegen Artwork und Texten verzögerte sich die Veröffentlichung. Der Eröffnungs-Song ‘Angel Of Death’ über den Auschwitz-Arzt Josef Mengele brachte Slayer Nazi-Vorwürfe ein, die die Band stets zurückwies.  Mit Platz 94 schafften Slayer erstmals den Sprung in die Billboard 200. Am 20. November 1992 gab es in den USA Gold für mehr als 500.000 verkaufte Exemplare. 

Zum Jubiläum spielen Slayer REIGN IN BLOOD 2026 bei mehreren Shows komplett, darunter am 13. und 14. November im Kia Forum in Inglewood bei Los Angeles. Am Schlagzeug sitzt Paul Bostaph, nicht Lombardo. 

Lombardo selbst ist weiter umtriebig: Erst im Oktober blickte er gegenüber Loaded Radio auf REIGN IN BLOOD zurück, am 2. Oktober 2026 erschien zudem das Ambient-Album THE PULSE OF ATOMS seines Projekts Lustmord Lombardo. 

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Quelle: METAL HAMMER.de