Kritik zu Dampf THE ARRIVAL

Dampf THE ARRIVAL

Pop Metal, Gramophone Finland/ADA (11 Songs / VÖ: 3.6.)

Wenn sich ein Newcomer als „Metal-Phänomen“ vorstellt, lässt das nichts Gutes erahnen. Dampf ist immerhin ein cooler Name – also Scheuklappen abgesetzt, und ran! Hinter dem Projekt steht der Schwede Martin „E-Type“ Erikson, der hier als „A-Tron“ auftritt. Er begann als Thrasher, ist heute aber eher als Dance-Musiker, Komponist diverser Sport-Eventsongs (‘Campione’, ‘Olympia’) und ESC-Teilnehmer bekannt. Dampf fußt auf der Idee, Metal und Pop zu vereinen – und fällt entsprechend schwierig aus. Die Songs klingen sehr eingängig, aber auch extrem cheesy: Rammstein-Riffs treffen auf liebliche Gesänge (‘Winterland’), wüste Growls grätschen in poppige Feelgood-Melodien (‘Goeie Mie’, ‘Twilight Eyes’), und stellenweise übernimmt Theatralik das Ruder (‘Borne On The Wind’). Dieser Spagat fällt über weite Strecken deutlich zu gewagt aus. Besonders schlimm klingt jedoch das teildeutsche Stück ‘Steinhaufen’ (sic).

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Trotz allem ist es dem von einer vierköpfigen Band unterstützten Protagonisten gelungen, die halbe schwedische Metal-Szene zu rekrutieren – darunter Tommy Johansson (Sabaton), Pontus Norgren (Hammerfall), Fredrik Melander (Bathory) und Johan Hegg (Amon Amarth). Leider hilft auch das nicht weiter, sondern erzeugt nur neue Fragezeichen. Auf dem Papier mag THE ARRIVAL funktionieren, doch am Ende stellt sich eine wichtige Frage: Wem soll das gefallen? Hoffentlich zumindest den Beteilig­ten selbst – die meisten Fans genannter Bands dürften schreiend Reißaus vor diesem „Phänomen“ nehmen.

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Quelle: METAL HAMMER.de