Brian May (Queen) will nicht mehr auf Tour gehen
Für Brian May soll bald der Ruhestand fällig sein. In einem aktuellen Interview mit The Times lässt Queen-Gitarrist Brian May verlauten, dass er auf künftige Live-Konzerte keine Lust mehr hat. „Ich bin nicht erst vor kurzem zu diesem Schluss gekommen“, erklärte er. „Ich traf die Entscheidung, nicht mehr touren zu wollen, schon vor 18 Monaten. Eine befreundete Person aus meinem engen Umfeld war gestorben, als wir in den Staaten waren.
Keine neue Erkenntnis
Also habe ich zu meiner Tour-Managerin gesagt: ‚Ich bin ein paar Tage zuhause und komme dann wieder.’ Sie hat mir in die Augen geblickt und gesagt: ‚Du weißt, dass das nicht geht.’ Ich liebe es zu spielen, ich liebe es zu reisen. Aber der Preis dafür ist, dass man seine Freiheit opfern muss. Ich habe eine Frau, Enkelkinder und ganz viel Astrophysik, auf die ich mich konzentrieren will. Daher denke ich, 50 Jahre sind genug.“
Dennoch schließt May alternative Wege, Queen noch einmal auf Bühnen zu bringen, nicht aus. „Wir wollen etwas ziemlich Revolutionäres tun“, verriet er. „Nicht so wie ABBA es getan hat [ein Konzert mit digitalen Avataren — Anm.d.R.], aber so etwas in die Richtung. Letztes Jahr bin ich in der Sphere [Konzert-Location in Las Vegas] gewesen. Meine kreativen Energien begannen zu fließen, und ich habe eine komplette Queen-Show entworfen. So ein umfassendes Erlebnis ist noch nicht ausgeschlossen und könnte Raum und Zeit überdauern. Aber aktuell kann man das ohne KI nicht auf die Beine stellen. Und ich habe eine starke Abneigung dagegen. KI-Datenzentren sind ein großes Unheil und müssen bekämpft werden.“
Einseitige Abneigung
Noch im Juli hatte Schlagzeuger Roger Taylor gegenüber BBC Radio 2 Ungewissheit über die Zukunft von Queen als Live-Band zum Ausdruck gebracht, sich jedoch nicht gänzlich dagegen gestellt: „Es hängt von Brian und mir ab. Ich liebe es live zu spielen und genieße es so, wie ich es immer genossen habe. Wenn wir es also beide tun wollen, würde ich mich freuen. Aber wir werden sehen. Sag niemals nie.“ Dieser Zug scheint nun wohl abgefahren. Bereits im Januar hatte May jedoch gegenüber der Daily Mail erwähnt, zumindest Nordamerika nicht mehr bereisen zu wollen.
Dies führt er auf die aktuelle politische Lage zurück:„Amerika ist ein gefährlicher Ort im Moment — und so etwas muss man mit berücksichtigen. Ich finde das sehr traurig, weil ich habe das Gefühl, dass Queen in Amerika erwachsen geworden sind. Und wir lieben Amerika, aber es ist nicht mehr das, was es einmal war. Jeder denkt jetzt zweimal darüber nach.“ Hören wird man von den verbliebenden Queen-Mitgliedern aber auch in Zukunft noch etwas. Erst vor kurzem, am 18. September, brachte Taylor sein siebtes Solo-Album VIOLENCE INSANE IN A BEAUTIFUL WORLD heraus. Zuletzt hatte die Gruppe mit Adam Lambert im Februar 2024 fünf Gastspiele in Japan gegeben.
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Quelle: METAL HAMMER.de
















