Dave Mustaine (ewig sauer wg. Metallica) doziert übers Loslassen

Dave Mustaine war lange verbittert darüber, dass Metallica ihn einst vor die Tür gesetzt hatten und anschließend zur größten Metal-Gruppe auf dem Planeten avanciert sind. Daher entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass der 65-Jährige in einem aktuellen Interview über das Loslassen von negativen Gefühlen oder Ereignissen referiert. So geschehen im Gespräch mit dem früheren MTV-Moderator Matt Pinfield, welches im Umfeld des Megadeth-Auftritts am 24. September 2026 im Grammy Museum von Los Angeles stattfand.

Schlechter Moment

In der zugehörigen Frage wurde Dave Mustaine eigentlich gebeten zu erzählen, seine Erinnerungen an die RUST IN PEACE-Phase der Formation wachzurufen. „Entzug“, zitiert Blabbermouth den Thrash-Metaller. „Es war so: Wir merkten, dass wir auf einem wirklich guten Album saßen, das aber langsam veraltete. Wir waren obdachlos, lebten in einem Fahrzeug, und niemand glaubte an uns. Es dauerte sehr lange, bis andere genauso an uns glaubten, wie wir es selbst taten. Die Zeit von RUST IN PEACE war eine sehr düstere Phase für uns, aber wir haben sie überstanden. Und viele der Songs auf diesem Album waren eine große Hilfe für Leute.

Die Leute finden Trost in manchen Dingen, die ich durchgemacht habe, weil ich mich nicht ständig über irgendetwas auslasse. Ich sage lieber: ‚Hier ist das Problem, hier ist die Lösung.‘ Es ist ganz einfach: Wenn man einen schlechten Moment erlebt und an diesem Moment festhält, wird daraus ein schlechter Tag, dann eine schlechte Woche und so weiter. Es ist nur ein einziger Augenblick, aber er kann einen total beherrschen. Während der Entstehung von RUST IN PEACE wusch sich die gesamte Musikbranche irgendwie von Alkohol und Drogen rein. Die Jungs von Aerosmith liefen quasi als Nüchternheits-Polizei herum.

Wenn man mit ihnen spielen wollte, musste man nüchtern sein. In der Musikindustrie gab es unzählige Treffen im Rahmen des Zwölf-Schritte-Programms [Abstinenzprogramm der Anonymen Alkoholiker — Anm.d.A.]. Ich bin froh, dass es solche Angebote für die Menschen gibt. Mir hat das echt geholfen, als ich es brauchte. Jedenfalls hieß es während dieser Phase für mich: ein für alle Mal Schluss mit dem Trinken. Ich habe alles, was ich über mich zu wissen glaubte, erst einmal zur Seite gelegt und versucht, eine Beziehung zu Gott und mir selbst aufzubauen. Damit ich erkenne, wer ich wirklich bin und was für ein Gitarrist ich wirklich bin.“

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Quelle: METAL HAMMER.de