Ein Album zwischen Bestands-Fans und dem Mainstream

COMATOSE brachte Skillet 2006 in eine Phase, in der der Klang der Band härter, größer und orchestraler wurde. Zum zwanzigsten Jubiläum zeigt sich, wie konsequent dieses Album die Gitarren nach vorne schob, die Streicher als dramatische Klammer nutzte und eine emotionale Direktheit fand, die den Weg für die folgenden Jahre ebnete.
Ein Wendepunkt im Sound von Skillet
Mit der Veröffentlichung im Oktober 2006 setzten Skillet eine Entwicklung fort, die sich bereits auf COLLIDE (2003) angedeutet hatte. Die früher dominierenden Keyboard‑Flächen traten zurück, während Gitarren und Streicher die neue Klangarchitektur bestimmten. Diese Kombination verlieh dem Album eine dramatische Tiefe, die sich durch die gesamte Tracklist zieht. Die Produktion von Brian Howes verstärkte diesen Ansatz, indem sie die melodischen Elemente mit einer klaren, druckvollen Rock‑Ästhetik verband.
Die orchestralen Arrangements, teils von Paul Buckmaster verantwortet, verliehen Liedern wie ‘Rebirthing’ oder ‘Yours To Hold’ eine cineastische Dimension. COMATOSE wirkte dadurch größer, emotionaler, unmittelbarer: ein Album, das sich nicht nur über Härte definierte, sondern über Atmosphäre.
Erfolg, Resonanz und die Rolle im Werk von Skillet
COMATOSE entwickelte sich schnell zu einem der prägenden Werke der Band. Die Mischung aus hymnischen Refrains, orchestraler Wucht und rockiger Direktheit fand ein breites Publikum, das weit über die christliche Rock-Szene hinausreichte. Die RIAA‑Zertifizierungen – erst Gold, später Platin – unterstrichen die wachsende Reichweite, die Skillet in dieser Phase erreichte.
Auch die Kritik reagierte überwiegend positiv. Viele lobten die Verbindung aus Gitarren und orchestralen Elementen, die dem Album eine eigene Handschrift verlieh. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Skillet mit COMATOSE eine Balance zwischen Härte und Pathos suchten, die später zu einem Markenzeichen der Band werden sollte. Die Grammy‑Nominierung bestätigte diese Positionierung und machte das Album zu einem der wichtigsten Meilensteine ihrer Diskografie.
Ein Album zwischen Abschied und Aufbruch
COMATOSE markierte zugleich das Ende einer Ära: Es war das letzte Album mit Lori Peters, deren druckvolles, präzises Schlagzeugspiel den Klang der Band über Jahre geprägt hatte. Ihr Abschied nach der Tournee und die Übergabe an Jen Ledger verliehen dem Album rückblickend zusätzliche Bedeutung. Es steht heute als Werk zwischen zwei Band-Phasen – einer abgeschlossenen und einer neu beginnenden.
Die Deluxe Edition und die Live‑DVD COMATOSE COMES ALIVE (2008) verstärkten die Präsenz des Albums und zeigten, wie stark die Songs im Live‑Kontext funktionierten. Die Mischung aus emotionaler Intensität und musikalischer Wucht entfaltete sich auf der Bühne besonders eindrucksvoll.
Warum COMATOSE heute noch relevant ist
Zwanzig Jahre später zeigt COMATOSE die Blaupause für den modernen Skillet‑Klang. Die Verbindung aus Rock, orchestraler Dramatik und melodischer Eingängigkeit prägt bis heute die Identität der Band. Viele der Lieder gehören weiterhin zu den meistgestreamten Titeln ihres Katalogs und sind feste Bestandteile ihrer Liveshows.
Das Album steht für einen Moment, in dem Skillet ihren Stil neu definierten und zugleich ein Publikum erreichten, das weit über die Grenzen ihres ursprünglichen Genres hinausging. COMATOSE bleibt ein Werk, das die Band musikalisch wie kulturell geprägt hat – ein Album, das seine eigene Intensität über zwei Jahrzehnte hinweg bewahrt hat.
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Quelle: METAL HAMMER.de
















