„Ich bin innerlich regelrecht zerbrochen.“

Im April 2025 kündigte Devin Townsend an, „eine unbestimmte Pause“ vom Tour-Leben einzulegen, um „für die Menschen da zu sein, die mich brauchen, und mir selbst den Raum zu geben, über alles Erlebte nachzudenken“. Schneller als erwartet bog Townsend dann jedoch mit der noch laufenden „Metamorphosis“-Tournee durch Europa um die Ecke.

Im Podcast Sixty Scales And The Truth sprach der Kanadier nun ausführlich über die Beweggründe der raschen Bühnenrückkehr und darüber, mit welchen Turbulenzen er zuletzt zu kämpfen hatte.

Armageddon

Ihm zufolge sei der Grund für die Tour ein „finanzielles Armageddon“ gewesen. Mit seiner Rock-Oper THE MOTH habe Devin Townsend erhebliche Einbußen gehabt. „Die Firma, für die ich einen Großteil der Arbeit erledigt hatte, ging pleite — und so verloren wir die für jenes Jahr prognostizierten Einnahmen. Ich befand mich also in einer Situation, in der meine Möglichkeiten, anderweitig Geld zu verdienen, ziemlich begrenzt schienen. Es ist sicher keine besonders romantische Vorstellung, aber so sieht die Realität aus.“

Gleichsam sei er froh, wieder auf der Bühne zu stehen. „Dass ich diese Auftritte in meiner derzeitigen psychischen Verfassung – ich bin innerlich regelrecht zerbrochen – durchstehen muss, hat mich dazu gezwungen, meinen Katalog und mein bisheriges Schaffen aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Allein schon deshalb, weil ich mich jeden Abend der Situation stellen muss.“ Demnach stehe bei jedem Auftritt, der für ihn eine enorme Herausforderung darstellt, „nur ein innerlich zerrütteter Mensch und eine Akustikgitarre“.

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Dann erklärt Townsend, was genau ihn in seine derzeitige Verfassung gebracht hat – abgesehen von den finanziellen Schwierigkeiten. Zum einen ist seine Beziehung nach 36 Jahren in die Brüche gegangen. Obendrein ist erst Ende September sein Hund Oliver gestorben, der ihm zuletzt die größte Stütze war. Das wohl Schlimmste war für den Musiker jedoch, dass er nicht an Olivers Seite war, als es zu Ende ging, sondern in Europa. „All diese Dinge waren einfach verdammt niederschmetternd“, fasst er zusammen.

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Hinzu käme die Erschöpfung der aktuellen Tour. Das bringe den 54-Jährigen permanent an seine emotionalen Grenzen. In logischer Konsequenz könnte man meinen, dass Townsend froh ist, in wenigen Tagen wieder daheim in Kanada sein zu können. Doch das verneint er strikt. „Zu Hause hat sich alles verändert. Ja, ich glaube, ich werde umziehen. Ich denke, ich werde jetzt in Spanien leben.“ Vielleicht ist der Tapetenwechsel ja tatsächlich hilfreich, um wieder auf die Beine zu kommen.

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Quelle: METAL HAMMER.de