„Ich denke über so etwas gar nicht nach.“

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Jenseits des Kürbisbeets
Ins feste Line-up aufgestiegen ist mittlerweile sein Sohn Tim Kanoa Hansen, der 2016 bei einem Stück als Bassist gastierte und seit 2017 bei Induction in die Gitarrensaiten greift. Sein Vater ist sich bewusst, dass man es als „Sohn von“ nicht immer leicht hat. „Einerseits kann es hilfreich sein, dass der Name Aufmerksamkeit erzeugt. Auf der anderen Seite ist es eine Krux, weil man immer am übermächtigen Vater gemessen wird. Das hat man bei Leuten wie Jürgen Blackmore (Sohn von Ritchie Blackmore – Anm.d.A.) gesehen. Manchmal wird man nicht richtig ernst genommen“, resümiert Hansen, lobt die Karriere seines Sprösslings jedoch mit sichtbarem Stolz.
„Tim schlägt sich supergut, er spielt mich in technischer Hinsicht mittlerweile an die Wand. Vielleicht ist er noch nicht ganz so abgewichst wie ich, aber technisch brillant. Das ist diese New School-Art mit Dingern, die ich gar nicht spielen kann.“ Die Zusammenarbeit zwischen Vater und Sohn erfolgte nach erprobter Art und beinhaltete einen Austausch über die Musik sowie gemeinsames Arrangieren. Die Songs stammen jedoch nicht ausschließlich aus der Feder des Projektgründers: „Tim hat zwei oder sogar drei Stücke geschrieben, ‘Feeding The Beast’ stammt ursprünglich von Eike. Dann gibt es noch eine Nummer von Alex und Eike sowie eine von Alex“, fasst Hansen zusammen. „‘Wonderland’ und ‘Wait And See’ gab es hingegen schon beim letzten Album, wir haben die Dinger nur nie fertig gemacht. Diesmal haben wir uns drangesetzt, und buff, sind sie da!“
„Ich denke über so etwas gar nicht nach.“
Grundsätzlich komponiert jeder Songwriter zuerst auf eigene Faust, zur gemeinsamen Ausarbeitung kam die Gruppe aber in Hansens Studio zusammen. Die Frage, ob eigene Ideen besser für Helloween oder sein Soloprojekt geeignet sind, stellte sich für den Musiker nicht: „Das ergibt sich aus dem Song, würde ich sagen. Die meisten Stücke entstanden während der Coronazeit, mir stand nicht unbedingt der Sinn nach dem, was man unter Power Metal einordnen kann. Ich hatte andere Ideen und habe sie einfach umgesetzt“, erklärt Hansen, der sich nicht unbedingt als Solokünstler neu profilieren wollte, sondern eher zufällig ein neues Werk erarbeitete. „Am Ende hatte ich eine Palette von Songs. Ein Teil davon ist bei Helloween gelandet, auch für das nächste Album. Den anderen Teil habe ich auf diesem Album verwurstet.
Das waren Nummern, die nicht richtig tauglich für Gamma Ray oder Helloween klangen. So entstand erst die Idee, mal wieder ein Soloalbum zu machen. Es ist lange her, und ich hatte Bock darauf.“ Ob er sich als Komponist in all den Jahren weiterentwickelt hat, wagt der gebürtige Hamburger kaum zu beurteilen. „Ich denke über so etwas gar nicht nach – ich kreiere einfach Songs. Vielleicht habe ich ein paar Kinkerlitzchen mehr in petto, die über die Jahre dazugekommen sind; vielleicht auch mehr Variabilität. Es ergibt keinen Sinn, ein Soloalbum zu machen, das wie die Haupt-Band klingt. Es ist ein bunter Ritt durch meinen metallischen Gemüsegarten.“
Gänsehaut
Jenseits des Kürbisbeets wagen Hansen und seine Truppe Ausflüge in kernigen Heavy Metal, unterschiedliche Rock-Spielarten, Industrial und sogar Reggae und Soul – stets mit dem Fokus auf metallische Riffs, Song-Dienlichkeit und Hit-Faktor. Besonders hervor sticht der Titel-Track – ein epischer, Gänsehaut erzeugender Achtminüter, der deutlich an Queens Meisterwerk ‘Bohemian Rhapsody’ erinnert. „Danke, das war meine interne Bezeichnung dafür!“, freut sich der Urheber, der stolz auf seine Komposition ist. „Ich habe den Song angefangen, und dann hat er sich in diese Richtung entwickelt. Ich traue mich weiß Gott nicht, mich mit Queen zu messen – da kommt keiner ran! Seht es als Hommage oder meinen persönlichen Spaß.“
Welche persönlichen Themen Kai Hansen auf BORN WITH A HAMMER verarbeitet, wie er mit seinen politischen Ansichten umgeht und ob es mit Gamma Ray weitergeht, lest ihr in der METAL HAMMER-Oktoberausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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Quelle: METAL HAMMER.de
















