Kritik zu Envy Of None STYGIAN WAVES

Irgendwie ist es tröstlich, dass nach dem Ende der Progressive Rock-Supergroup Rush die kreative Energie ihres Gitarristen Alex Lifeson nicht einem wie auch immer gearteten Ruhestand zum Opfer gefallen ist. Mit Envy Of None hat sich der 71-Jährige auf die nächste spannende Reise seiner musikalischen Schaffenskraft gemacht und dabei – ganz bescheiden und somit Lifeson-typisch – sein Hauptinstrument (wir sprechen hier von der Gitarre) einem neuen Gesamtkontext untergeordnet. Ganz bewusst stellt er sein Können in den Dienst der amerikanischen Singer/Songwriterin Maiah Wynne, die zugleich auch der optische Mittelpunkt dieser Band ist. Natürlich darf Lifeson einige wunderbare Soli zum Besten geben, um sich anschließend aber immer sofort wieder in die zweite Ebene einzureihen und Frau Wynne das Feld zu überlassen.
Und so ist auch das zweite Album STYGIAN WAVES (frei übersetzt „Düstere Wellen“) ein modernes, überwiegend melancholisches und auf bemerkenswerte Weise hypnotisches Werk, das erstaunliche Soundtrack-Qualitäten besitzt und mit dem fesselnden Opener ‘Not Dead Yet’, dem betörenden ‘New Trip’ und dem orientgetränkten Titel-Track seine Höhepunkte hat.
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Quelle: METAL HAMMER.de