Kritik zu Harem Scarem CHASING EUPHORIA

Was Hard Rock betrifft, ist Kanada – trotz seiner Größe – ein Land, das oft über­sehen wird. In erster Linie denkt man an die Prog-Größen Rush oder vielleicht Bachman-Turner Overdrive – vergisst dabei aber Acts wie Loverboy, Helix oder eben Harem Scarem. Bei Letzteren hat der ulkige Name vielleicht nicht unbedingt beim internationalen Erfolg geholfen, in ihrem nordamerikanischen Heimatland sind sie jedoch definitiv ein Name, den man kennt. MOOD SWINGS (1993) gilt als das letzte richtige Aufbegehren des melodischen Hard Rock, bevor der Spaß in den Neunziger Jahren erst einmal ein Loch hatte. Harem Scarem haben sich davon nicht (ganz) abschrecken lassen und veröffent­lichten durchgehend starke Alben – auch ihr 17. Werk CHASING EUPHORIA fällt nicht aus der Reihe. Hook-betont, ausladend und beruhigt zugleich mit einem Fokus auf große, stadiontaugliche Melodien ist es eine perfekte Melange aus dem, was die Band in den letzten zwanzig Jahren getrieben hat, und dem angeglamten Frühwerk der Neunziger. Def Leppard trifft auf Tyketto mit einer Spur kanadischer Eigenheit.

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Die Platte ist verflucht eingängig – dabei kommt zwar teilweise etwas das tatsächliche Zusammenspiel der Instrumente zu kurz, aber wer sich vorwärts stampfende Hymnen wie ‘Gotta Keep Your Head Up’ oder das flink voranflitzende ‘A Falling Knife’ anhören kann, ohne Bock zu verspüren, einen leeren kanadischen Highway entlangzu­rasen und laut mitzusingen, sollte über einen Arztbesuch nachdenken. CHASING EUPHORIA ist eine Rückkehr zu alter Stärke für Harem Scarem – hoffentlich behalten sie diese bei!

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Quelle: METAL HAMMER.de