Kritik zu Luna Kills DEATHMATCH

In einer nimmermüden Welt, in der wir alle nach mehr Erfolg, mehr Bedeutung und mehr Perfektion streben und uns selbst dabei vom Druck der Leistungsgesellschaft auffressen lassen, setzen mehr und mehr junge Künstler ein Zeichen gegen den Verschleiß durch das Hamsterrad. Während der Arbeiten an DEATHMATCH sahen sich Luna Kills aus Finnland genau diesem Druck ausgesetzt, weshalb sie sich berufen fühlten, diese Gefühle in ihrer Musik zu verarbeiten – was sie allerdings nicht weniger durchdacht klingen lässt. Die Modern Metal-Durchstarter agieren bereits seit 2019, legen aber erst jetzt ihre Debütplatte vor, die Metalcore-Elemente mit Nu Metal-Sounds und elektronischen Effekten verbindet.
Im Vordergrund steht stets die Stimme von Sängerin Lotta Ruutiainen, die zwischen poppigem Klargesang, herausfordernden Sprechteilen und kehligen Screams variiert (‘Love You’). Außenrum erschaffen Luna Kills eine Cyber-ästhetische Klangwelt aus klimpernden Melodien (‘Get Mad’), sägenden Riffs (‘Sadist’), pulsierenden Beats (‘Fever Dream’) und anheizenden Rhythmen, die teilweise brechen und zirkulieren wie bei modernen Bring Me The Horizon-Nummern (‘Slay Your Enemies’, ‘Burn The World With Me’). Entgegen der Auswahl des Titels wirkt die Platte lebendig, frisch, experimentell und zeitgeistig – wie der Metal-gewordene Avocado-Toast mit Chili-Beflockung. Am Ende fehlt ihm aber, wie so oft bei diesen modernen Frühstücken, eine deftige Note.
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Quelle: METAL HAMMER.de
















