Kritik zu Oversize VITAL SIGNS
Wer hat mal wieder Lust auf einen Abstecher in die schuhanstarrenden, psychedelischen Neunziger Jahre? Diese Zeitreise liefern uns Oversize mit ihrem Debütalbum VITAL SIGNS – wobei man über diesen Titel nur schmunzeln kann. Letztendlich muss man während des Konsumierens der zehn zwischen zwei und fünf Minuten variierenden Tracks öfter mal den Puls kontrollieren, ob man nicht bereits den eigenen Körper verlassen hat und irgendwo oben an der Decke hängt (netterweise erinnern Oversize ganz am Ende sogar in ‘Vital Signs’ daran). So klingt dieses Stück Musik nämlich ausnahmslos: Das mit dem Intro ‘Stalling’ gesetzte musikalische Thema aus endlos schleifenfliegenden, verzerrten Riffs, schillernden Melodien und einer verträumt-monotonen Gesangsstimme, zieht locker-leicht wie ein wolkenverhangener Nachmittag vorbei. Dennoch kann man nicht behaupten, dass die Chance besteht, einzuschlafen: ganz im Gegenteil.
Die an Pixies und The Smashing Pumpkins angelehnte Grundstimmung funktioniert wie ein Nebel, der den Hörer immer dichter umgibt und sich erst im Album-Closer auflöst. Ganz selten wird diese Grundstimmung durch klitzekleine Instrumentensoli, Rhythmusänderungen oder Gesangseinlagen durchbrochen (‘Something Clean’‚ ‘Vacant’) oder Gesamttempo und -stimmung werden etwas präsenter und aufgeweckter (‘Fall Apart’‚ ‘From The Hell’). Aufwachen wollen wir aus diesem musikalischen Tagtraum aber nicht – daher: gerne so weitermachen!
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Quelle: METAL HAMMER.de
















