Kritik zu Scalpture LANDKRIEG

Scalpture verarbeiten auf ihrem vierten Album den Dreißigjährigen Krieg, der Europa von 1618 bis 1648 erschütterte. Erschütternd ist auch die Vertonung, hüllen die Bielefelder ihren LANDKRIEG doch in ein melancholisches, niederschmetterndes Old School-Todesgewand. Nach ­PANZERDOKTRIN (2016), EISENZEIT (2020) und FELDWÄRTS (2022) salutiert die Band einmal mehr vor thematisch und musikalisch Gleichgesinnten vom Schlage Asphyx oder Bolt Thrower, illustriert die Szenerie aber zunehmend mit eigenen Farben. Eröffnet ‘Into ­Catastrophe’ noch als Paradebeispiel für ein Kreuzfeuer aus tödlichem Schweden­galopp und britischer Doom-Schwere, halten anschließend weitere Stilmittel Einzug.

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Allen voran sind es bittersüße Melodien voller Verzweiflung, die sich wie blutrote Mahnmale über die ver­wüsteten Landschaften legen und ­Scalptures Wiedererkennungswert steigern. Songs wie ‘Til Jeret Undergang’ oder ‘Hell’s Choirs Chant’ profitieren zudem von Genre-untypischen Gang­shouts. ‘Den Mörka Nattens Lejon’ mischt neben reichlich Schwärze sogar Crossover-Grooves unter und triumphiert als unwiderstehlicher Banger – nicht zuletzt, weil der Bass stets Präsenz zeigt und sowohl Fusion- als auch Tech-Haken schlägt. Klänge die alte Schule doch immer so frisch und exis­tierte Krieg 2025 nur noch als musikalische Vergangenheitsbewältigung …

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Quelle: METAL HAMMER.de