Kritik zu THE BLOOD OF DAWNWALKER

Mit ‘The Blood Of Dawnwalker’ meldet sich ein Studio zu Wort, dessen Name Kennern durchaus bekannt sein dürfte. Hinter Rebel Wolves stehen ehemalige ‘The Witcher’-Entwickler – entsprechend hoch sind die Erwartungen an das düstere Open World-Rollenspiel. Und tatsächlich erinnert vieles an die großen Vorbilder: eine finstere Fantasy-Welt, komplexe Figuren und Entscheidungen, deren Konsequenzen nicht immer sofort abzusehen sind. Trotzdem versucht ‘The Blood Of Dawnwalker’, eigene Akzente zu setzen. Im Mittelpunkt steht Coen, der als Dawnwalker zwischen Mensch und Vampir existiert. Tagsüber kämpft er mit Schwert und Magie, nachts stehen ihm übernatürliche Fähigkeiten zur Verfügung. Dieser Wechsel ist nicht nur erzählerisches Beiwerk, sondern bestimmt auch das Spielgeschehen. Je nachdem, wann man eine Aufgabe angeht, eröffnen sich unterschiedliche Möglichkeiten.

Besonders spannend: Coens Familie hat nur noch begrenzte Zeit, und das Erfüllen von Quests lässt die Uhr weiterlaufen. Man kann also nicht einfach jede Ecke und Nebenaufgabe der Welt abarbeiten, sondern muss zwischen Inhalten abwägen. Dadurch bekommen Entscheidungen tatsächlich Gewicht und die offene Welt fühlt sich zumindest in ihren besten Momenten angenehm dynamisch an. Auch die Inszenierung überzeugt. ‘The Blood Of Dawnwalker’ erschafft eine düstere, melancholische Atmosphäre und erzählt seine Geschichte mit starken Dialogen und ambivalenten Figuren. Schwächen zeigen sich dagegen in der Open World, die stellenweise formelhaft wirkt. Auch die Kämpfe bieten nicht immer genügend Abwechslung. Trotzdem ist ‘The Blood Of Dawnwalker’ ein bemerkenswertes Debüt. Nicht jede Idee geht auf, doch gerade die Verbindung aus Vampirfähigkeiten, Zeitdruck und konsequenten Entscheidungen verleiht dem Abenteuer eine eigene Identität, die viele andere Titel vermissen lassen.



Quelle: METAL HAMMER.de