Kritik zu The Wildhearts SATANIC RITES OF THE WILDHEARTS

Es war nie wirklich einfach mit und bei den Wildhearts. Eine Aussage, die sich nicht allein darauf bezieht, dass die Band, die Cheap Trick-Kunststücke mit Clash-Esprit und kantigen Metallica-Bolzen gewinnbringend und mühelos zu verschmelzen versteht, jenseits des UK über den Status des ewigen Geschmacks-Rocker-Geheimtipps nicht mehr hinauskommen wird. Nein, vielmehr ist das ewige personelle Drama gemeint, welches die Band seit jeher umgibt. Nachdem sich also das Gros der Mannschaft des Killer-Debüts EARTH VS THE WILDHEARTS (1993) vor gut zehn Jahren zu einer dritten Wiedervereinigung hinreißen und in deren Zuge die zwei packenden Alben RENAISSANCE MEN (2019) und 21ST CENTURY LOVE SONGS (2021) veröffentlich hat, ist Mastermind Ginger erneut letzter Fels in der Brandung und wird nunmehr von Basswiederkehrer „Random“ Jon Poole sowie zwei Neurekruten, Gitarrist Ben Marsden (Warner E. Hodges Band) und Schweden-Drummer Pontus Snibb ­(Bonafide, Mustasch), unterstützt.

Zum Glück jedoch bleibt musikalisches Können weiterhin die entscheidende Konstante. Und so zündet Ginger auch auf dem elften Album ein fantastisches Feuerwerk seiner ganz eigenen Visionsdefinition von Rock-Fusion-Küche zwischen Herzens-Songs (‘Troubadour Moon’, ‘Hurt People Hurt People’) und brachialeren Brechern, aber immer mit einer Extraportion Eigenständigkeit. Von Produzent Carl Bown (Sleep Token, Bullet For My Valentine) klanglich ­knackig herausgeputzt (hart evident in Kloppern wie ‘Eventually’, ‘Fire In The Cheap Seats’ oder ‘Maintain Radio ­Silence’), ist dies eine weitere Scheibe für die Insel – und für Eingeweihte natürlich auch eine für die vielbemühte einsame.

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Quelle: METAL HAMMER.de