Kritik zu Thy Catafalque ALFÖLD

Thy Catafalque ALFÖLD

Black Metal, Season Of Mist/Soulfood (9 Songs / VÖ: 16.6.)

Tamás Kátai zählt zu den großen Visionären der Szene und ist seiner Zeit mit­unter voraus. Sein Schaffen mit Thy Catafalque gilt als „Avantgarde Metal“ und ist keineswegs leicht zu durchschauen. Auch aktuell sorgt der ungarische Künstler für Erstaunen: So nimmt sein elftes Album ALFÖLD zunächst überraschend wüste Züge an und erinnert stärker an die schwarzmetallischen An­fänge Thy Catafalques als die Vorwerke. Bewegen sich frühe Tracks wie ‘A Csend Hegyei’, ‘Testen Túl’ und der Beginn von ‘A Földdel Egyenlo˝’ noch (ansatzweise) im Black Metal-typischen Bereich, ist schon bald ein gewisses „Mehr“ geboten – und schaffen Instrumente wie Waldhorn, Flöte oder Violine, aber auch diverse singende Gäste Kontraste. Im Verlauf des Werks verdrängen längere, zurückhaltende Gitarren-Passagen (‘Alföld’) oder Flöten- und Geigensoli (‘Folyondár’) das Ge­schrammel oder wird es von dominanten Gesängen und Einsprechern (‘Csillagot Görgeto˝’) in den Hintergrund gerückt.

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Wieder harscher klingt das erst getragene, später rituelle ‘A Felkelo˝ Hold Országa’. Nach dem stellaren Intermezzo ‘Szíriusz’ vereint das Grande Finale ‘Néma Vermek’ schließlich all die unterschiedlichen Qualifikationen und Klangwelten, die Thy Catafalque zu bieten haben – und lässt einen sprachlos darüber zurück, wie überraschend anders, frisch und schlichtweg großartig Black Metal anno 2023 klingen kann. Eine wahre Ausnahmeerscheinung!

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Quelle: METAL HAMMER.de