Kritik zu Whitechapel HYMNS IN DISSONANCE

Gerade erst haben wir uns daran gewöhnt, dass Whitechapel mit THE VALLEY musikalisch ein neues, ruhigeres Kapitel ihrer Band-Karriere aufgeschlagen haben, das sich auf dem 2021er-Werk KIN fortschrieb. Wer mit einer Fortsetzung dessen gerechnet hat, wird von HYMNS OF DISSONANCE nicht nur überrascht, sondern auch überrollt werden! Ist es eine Rückkehr zu den Deathcore-Wurzeln? Könnte man meinen; auf jeden Fall trifft der ausgewählte Titel den Sargnagel in den … na, ihr wisst schon. Über zehn Tracks wird in jeglicher wutroter Couleur vor sich hin geballert. Die Blastbeat-Maschinerie schießt unentwegt, und der diabolische Gesang von Philip Bozeman pendelt zwischen knurrenden Growls und zischenden Shouts. Auf den sich zuvor angenäherten Klargesang verzichtet der Schreihals dieses Mal komplett, was schade ist, wenn man an die emotionalen Nummern der letzten Alben zurückdenkt, wie etwa ‘Hickory Creek’. Insgesamt lässt HYMNS OF ­DISSONANCE keine Pause für Gefühlswühlerei; Tempo und Rhythmus variieren zwischen und innerhalb der zehn Tracks immer wieder.

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Oft ist so viel los, dass man die eigenen Gedanken nicht mehr sammeln kann (‘Prisoner 666’‚ ‘Hymns In Dissonance’, ‘Diabolic Slumber’). Auf der zweiten Albumhälfte wird es durch chorale Gesänge, rituelle Trommeln (‘Ex Infernis’) oder progressiv angehauchte Riffs (‘Mammoth God’) etwas variationsreicher, aber nicht unbedingt zugänglicher. Ein Album für alle Fans, die die Haudrauf-Ära der Texaner vermisst haben, aber nicht unbedingt für diejenigen, die auf eine Fortschreibung der letzten musikalischen Ausrichtung gehofft haben.

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Quelle: METAL HAMMER.de