Kritik zu Vanir WYRD

Man kann das grassierende Amon Amarth-Epigonentum für eindimensional halten, doch die Dänen Vanir wissen, was sie tun. Auch auf Studioalbum Nummer acht (seit Band-Gründung 2009) wid­met sich das Sextett um die Gitarristen Kirk Backarach und Lasse Heiberg historischen Schlachten sowie dem unausweichlichen mensch­lichen Schick­-sal. Vertont wird die bedeutungsschwere Thematik mit düs­terem, von Martin Drageholm urgewaltig begrowltem Death Metal, den einnehmende Melodien sowie (in einigen ­Stücken, etwa ‘Braavalla’) auch Orchestrierungen krönen – obgleich Letztere im Vergleich zu EPITOME weniger im Vordergrund stehen. Grund­sätzlich müssen Vanir das Gaspedal nicht einmal ganz durchdrücken, um Wirk­macht zu entfalten – dies zeigen beispiels­weise getragene Epen wie ‘Never Surrender’ oder ‘Boudica’. Das verspielte ‘Da Lammet Brød Det 6. Segl’ wird von einer gesprochenen Kulisse gerahmt. Davon abgesehen bleiben die Dänen ihrem furiosen Klangschema weitgehend treu, gehen dabei aber so durchschlagend und überzeugend zu Werke, dass sich Genrefans nicht groß nach Abwechslung sehnen. Wer kann, sollte die Chance ergreifen, auf dem diesjährigen Ragnarök oder Wacken Open Air mit dieser Truppe in die Schlacht zu segeln.

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Quelle: METAL HAMMER.de