Kritik zu SAROS

Obwohl ‘Saros’ in der Gaming-Welt bisher eher unter dem Radar lief, entpuppt sich Sonys konsolenexklusives Roguelike-Epos als echte Genre-Perle. Entwickler Housemarque gelingt nicht nur eine in jeder erdenklichen Hinsicht verbesserte Version des geistigen Vorgängers ‘Returnal’ (2021), sondern auch eine Überraschung, die sich in diversen Jahresbestenlisten als stiller Favorit einnisten dürfte. ‘Saros’ entwirft ein düsteres Science-Fiction-Gleichnis über Erinnerung, Wiederholung und die fragile Konstruktion von Identität. Auf einem fremden Planeten gefangen, durchlebt der Protagonist Arjun Devraj eine Schleife aus Tod und Wiedergeburt, in der jede Iteration Spuren hinterlässt. Virtuelles Ableben verändert das Spielgeschehen, lässt Gegnerhorden anders als zuvor platzieren und eröffnet neue Wege sowie Fähigkeiten. Das Gameplay verbindet schnelle, präzise Action mit Roguelike-Strukturen, bei denen sich Fähigkeiten, Weltzustand und erzählerische Fragmente dynamisch verschieben. Kämpfe wirken gnadenlos und unmittelbar, Erkundung und Story wie bruchstückhafte Erinnerungen, die ineinandergreifen.

‘Saros’ erzählt weniger, sondern es insistiert: ein permanentes Ringen mit dem eigenen Scheitern. Und einem herausfordernden Schwierigkeitsgrad. Der Clou daran: Dieser entsteht nicht etwa nur durch die Gegner, sondern auch den Spieler selbst. Je länger der Überlebenskampf andauert, desto mehr Modifikatoren akkumulieren sich, die zwar verstärkend wirken, Arjun aber gleichzeitig schadensanfälliger machen – man wird stärker, aber instabiler, das Erlebnis mächtiger, aber riskanter. Genau das macht den Nervenkitzel von ‘Saros’ aus. Große Macht geht mit wachsender Achtsamkeit einher, denn der Bildschirmtod kommt meist unverhofft. Und häufig.



Quelle: METAL HAMMER.de