Kritik zu PRAGMATA
Klassischer als in ‘Pragmata’ könnte ein Science-Fiction-Setting kaum sein: Die Handlung setzt in einer fiktiven Zukunft an, in der im Zuge eines Raumfahrtprojekts das All besiedelt wird. Als der Kontakt zu einer Mondstation abbricht, wird der Astronaut Hugh Williams entsandt, um die Ursache zu ergründen, und trifft dort auf das Androidenmädchen Diana. Beide bilden fortan ein ungleiches Duo. Eine ähnliche Konstellation kennt man bereits aus ‘The Last Of Us’ (2013) mit Joel und Ellie, doch ‘Pragmata’ erhebt gar nicht erst den Anspruch, an die erzählerische Wucht von Naughty Dogs Zombie-Epos heranzureichen. Die Geschichte bleibt skizzenhaft und wird weniger durch narrative Stringenz als den Entdeckerdrang des Spielers getragen. Im Zentrum steht stattdessen das Gameplay: Der stetige Wechsel zwischen Hugh und Diana erzeugt eine funktionale Dynamik, in der flotte Schusswechsel und das Hacken diverser Maschinen ineinandergreifen.
Während Hugh für die unmittelbare Konfrontation zuständig ist, erschließt Diana die Systemebene. Beides läuft parallel, ergänzt sich organisch und sorgt für eine spielmechanische Geschlossenheit, die zu mehreren Durchgängen motiviert. Dennoch bleibt die erzählerische Schwäche ein spürbarer Makel. Allerdings hatten auch einst ‘Uncharted: Drake’s Fortune’ (2007) und ‘Assassin’s Creed’ (2007) mit dünnen Geschichten zu kämpfen, während ihr Gameplay bereits überzeugte; spätere Serienableger zogen die erzählerische Qualität signifikant an. In dieser Hinsicht bleibt die Hoffnung, dass Capcom in einer Fortsetzung nachschärft. ‘Pragmata’ hätte es jedenfalls verdient.
Quelle: METAL HAMMER.de

















