Kritik zu Spell WRETCHED HEART
Selbst nach vier Alben ist es schwer, sich an den obskuren Spell-Sound zu gewöhnen. Die Kanadier spielen mehr oder weniger klassischen Heavy Metal im düsteren Gothic-Gewand. Nicht zu heavy, aber mit einigen härteren Anleihen und definitiv dem ein oder anderen virtuosen Gitarrensolo. Dazu kommen ein paar raffinierte Prog-Anleihen und Elemente von eingängigem Hard Rock. Eine wilde Mischung – ohne Frage. Doch was Spell so besonders macht beziehungsweise gewöhnungsbedürftig, ist die Stimme von Sänger und Bassist Cam Mesmer. Die fällt nämlich sehr aus der Reihe. Sie ist erstaunlich sanft, irritierend hoch und trägt einen klagenden Ton mit sich. So etwas gibt es kein zweites Mal, und das ist auch gut so, denn einmal reicht das auch. So einzigartig der Gesang auch ist, er ist immer noch der größte Kritikpunkt am neuen Spell-Album. Wäre die dahinterstehende Musik anders, würde es vermutlich auch nicht klappen. Denn der träumerische Metal, der mal schnell und mal im Midtempo vorwärtsgeht und von immer wieder überraschenden Synthesizer-Einlagen untermalt wird, zieht einen einfach in den Bann. Mit dramatischen, aber durch die Wave-Einlagen fast tanzbaren Epen wie ‘Iron Teeth’ (das neben Cams Gesäusel auch noch ein paar fiese Necro-Schreie beinhaltet) oder clever geschriebenen Grusel-Prog-Rockern wie ‘Oubliette’ (das mit tieferem Gesang überrascht) bleiben Spell auch nach über zehn Jahren noch taufrisch.
***
Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung
***
Quelle: METAL HAMMER.de

















