Kritik zu Psycroptic THE PULSE OF ANNIHILATION

Psycroptic sind für Sozialkritik bekannt. THE PULSE OF ANNIHILATION erscheint als Album­titel also logisch. Auch im übertragenen Sinn massakriert der „Puls der Vernichtung“ eure Knochen rigoros. Keine Ahnung, welche Zaubertränke Joe Haley schlürft, aber der Gitarrist bestätigt einmal mehr seinen Ruf als (unterschätztes) Riff-Biest. Seine Lizenz zum Töten bestellt einen hervorragenden Nährboden für David Haleys Blast-Groove-Variationen, Todd Sterns dynamische Bassläufe sowie Jason Peppiatts und Jason Keysers Grunz-Keif-Duette. THE PULSE OF ANNIHILATION zeigt, dass Brutalität und technischer Anspruch großen Spaß machen können. Fettfreie Fäusterecker wie ‘Ashes Of A New Dawn’, ‘Gathering Of A Venomous Herd’, ‘No Blade Of Grass’ oder ‘To Embrace This Curse’ verbinden rasende Präzision mit echter Durchschlagskraft. ‘No Time For The Weak’ ist dabei Programm: Psycroptic haben 2026 einfach keine Zeit für schwache Songs. Lieber nageln sie eure Hintern mit dreckigen Thrash- und Heavy Rock-Pfeilen an die Wand. Selbst Flamenco-Tupfer (‘A Sword Of Me’), Klavier, Keyboard-Flächen, nah­östliche Perkussion und epische Refrains (‘Our Pillars Fall’) wirken nie aufgesetzt, sondern bereichern die Wut gezielt im Hintergrund. Genau darin liegt die Stärke der tasmanischen Todesteufel: Sie verlieren sich trotz aller Virtuosität nie im Selbstzweck. Vereinbart also vorsorglich einen Termin in der Chiropraxis eures Vertrauens, bevor ihr euch von THE PULSE OF ANNIHILATION vernichten lasst.

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Quelle: METAL HAMMER.de