Kritik zu Tesla HOMAGE

Auch wenn ihr zweites Album THE GREAT RADIO CONTROVERSY (1989) mit zwei Millionen verkauften US-Einheiten den kommerziellen Karrierehöhepunkt der kalifornischen Hard-Rocker darstellt, ist ihr Unplugged-Live-Vorstoß FIVE MAN ACOUSTICAL JAM ein Jahr darauf die bedeutendere Veröffentlichung. Schon 1990 waren Tesla versierte Cover-Künstler, die sich alter Beatles-, CCR- und Rolling Stones-Songs mit der Western­gitarre auf dem Barhocker annahmen und darunter akustische Arrangements ihrer Eigenkompositionen mischten. Mit HOMAGE erfolgt dreieinhalb Dekaden darauf nun wieder eine Heldenhuldigung, wenn auch in verstärkter Form und mit nur einem (recht verzichtbaren) neuen Original namens ‘Never Alone’. Mit seiner Song-Auswahl von Künstlern wie Sam Cooke, den Temptations, Queen, Bob Seger, Etta James oder Badfinger beweist das Quartett unter souliger bis kernig kehliger Stimmführung von Jeff Keith abermals ein gutes Gespür für nicht zu offensichtliche Cover-­Kandidaten. So punktet HOMAGE vor allem bei der Übertragung von ­Supertramps ‘Give A Little’ oder Lynyrd Skynyrds ‘The Ballad Of Curtis Loew’ ins Tesla-Repertoire. Da auf HOMAGE Originaltreue anstatt Neuinterpretationswille oberstes Gebot ist, vermisst man über weite Strecken unterm Strich den Pfiffigkeitsfaktor von einst – oder zumindest eine etwas experimentierfreudigere Materialbearbeitung.

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Quelle: METAL HAMMER.de