Kritik zu Mythemia WOLKENJÄGER

Ohne Zweifel haben Mythemia Wiedererkennungswert – seien es die ultralangen Dreadlocks von Geiger Thomas oder (und das ist in Sachen Musik definitiv wichtiger) die Stimme von Frontmann Rodrigo. In Nuancen erinnert dessen helles Organ stellenweise an Subway To Sallys Eric Fish – nur etwas nasaler. Auch bewegt sich das Quintett in ähnlichen klanglichen Gefilden, wenngleich weniger hart. Beschwingt und – ja, auch rockig – beginnt die abenteuerliche Reise mit ‘Land in Sicht’ und ‘Wolkenjäger’. Ähnlich, obschon deutlich nautischer, schiebt sich ‘Wenn nicht jetzt?’ dazwischen. ‘Nachtgeläute’ schlägt düstere Töne an und tendiert Anfangs in Richtung Minne inklusive kindlichem Reimgesang. Mit ‘Schlechte Heuer, guter Wind’ geht es zurück aufs Schiff, wobei die Männerchöre durchaus zum Schunkeln bewegen. Bei ‘Der Horizont ist bunt!’ kommt erst einmal ‘We Will Rock You’-Feeling auf. Doch schnell wird klar, dass es sich nicht um eine reine Spaßnummer handelt, sondern ein Plädoyer für Vielfalt und Offenheit sowie gegen Hass und Diskriminierung. ‘Ahoi’ kommt getragener daher und besingt jene, die auf See geblieben sind. Mit Harpyie (in ‘Teufelskerl’) und Pegleg Peggy von Mr. Hurley und die Pulveraffen (in ‘Loreley’) sind auch Gäste auf dem Album vertreten. Während Ersteres von Goethes Faust inspiriert ist, wendet sich Letzteres gegen ungeniertes Anbaggern und Grabschen. Auch wenn Mythemia nach Spaß klingen, diesen auch haben und machen, scheuen sie sich nicht, auch ernstere Themen anzusprechen.

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Quelle: METAL HAMMER.de