Wolf Hoffmann lobt „überwältigende“ KI-Qualität

Es ist ein kontroverses Thema: Künstliche Intelligenz in der Kunst. Auch Accept-Chef Wolf Hoffmann hat sich Gedanken dazu gemacht. Im Interview mit Jorge Botas von Metal Global darauf angesprochen, erklärt der Gitarrist seine Meinung zu KI in der Fotografie und der Kunst.

Überwältigende Qualität

Er sagt: „Es ist gruselig! Ich finde, es ist eine nötige Entwicklung. Wir wussten alle, dass es eines Tages dazu kommen würde, und jetzt ist sie hier. Als wir aufwuchsen, dachten wir immer, Kunst könne nur von Menschen erschaffen werden. Aber mittlerweile verschwimmen die Grenzen. In erster Linie, weil die Qualität überwältigend ist.

Das Zeug, das aus der KI kommt, ob das nun Filme sind, Texte, Fotos oder natürlich Kunstwerke, ist teilweise sehr gut. Manche dieser Sachen sehen sehr gut aus, aber das hilft natürlich niemandem weiter, der Künstler werden will. Alle werden nur fragen, was der Sinn dahinter noch sein soll“, überlegt Hoffmann.

Instant-Künstler

„Wir haben vor 50 Jahren angefangen. Gitarre zu lernen, war sehr schwer: das Equipment zu kaufen, Jahrelang in den Proberaum zu gehen. Es war ein Traum, den wir hatten, und wir haben viel Energie reingesteckt, um Tausende Stunden zu proben, besser zu werden und Fehler zu machen“, erinnert sich der Gitarrist.

„Heutzutage kann sich jemand entscheiden, sich damit nicht einmal mehr zu befassen. Stattdessen kann man einen Knopf auf einem Laptop drücken und ist Künstler. Da ist die Musik: poof! Man muss kein Instrument mehr lernen. Das ist ein gruseliger Gedanke“, betont er.

Fehlende Regeln

Darauf angesprochen, dass KI-Songs mittlerweile sogar in Spotify-Charts landen, meint Hoffmann: „Ja, die klingen mittlerweile sehr gut. Ich frage mich, wann Platten-Labels entscheiden, dass sie keine Künstler mehr unter Vertrag nehmen müssen, sondern die Musik einfach selbst generieren, einen falschen Künstler erschaffen und das verkaufen. Werden die Leute in Zukunft KI-Platten kaufen? Oder vielleicht kaufen sie gar nichts mehr. Vielleicht wird alles kostenlos?“

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Er kritisiert die fehlende Regulierung: „Die Technologie ist uns so weit voraus, dass wir keine Antworten mehr auf all diese Sachen haben. Die Regierungen sind zu langsam. Wenn die anfangen, sich Gedanken dazu zu machen, wie man mit dieser Technik umgehen sollte, ist das alles schon passiert. So ähnlich war es mit Napster auch. Es hat Jahre gebraucht, dafür Regulierungen zu finden.“

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Quelle: METAL HAMMER.de