Hewson weist Vorwürfe zurück und schildert seine Sicht
Das Drama bei Tailgunner geht weiter. Im Mai wurden erstmals Vorwürfe gegenüber Thomas Hewson laut. Demnach soll der Bassist gegenüber Ersatzgitarristin Jara Solís (Ex-Cobra Spell, Hunger) missbräuchliches Verhalten an den Tag gelegt haben. „Aufgrund moralischer und ethischer Bedenken“ verließ sogar Gitarristin Rhea Thompson die Band. Auch Hewson zog sich zunächst von seiner Position zurück, bis Tailgunner am 10. Juli dessen Rückkehr bekanntgaben.
Dieser Umstand sowie die Positionierung der Band zu den Vorwürfen haben Solís Ende August schließlich dazu veranlasst, ihr Schweigen zu brechen. In einem zehnseitigen Statement schildert sie bedrückende Situationen, für die sie auch Beweise hätte. Dass sie so lange mit einer Stellungnahme gewartet hat, habe mit polizeilichen Ermittlungen in diesem Fall zu tun gehabt.
Kompliziert und schwierig
Jetzt hat Thomas Hewson seinerseits einen offenen Brief veröffentlicht, in dem er seine Sicht der Dinge schildert. Auf 36 Seiten – untermauert durch zahlreiche Screenshots – beschreibt Hewson eine Art Beziehung, die alle bisherigen Aussagen und die gesamte Situation ad absurdum führen. Das von ihm veröffentlichte Material lässt darauf schließen, dass nichts gegen den Willen von Jara Solís geschehen ist.
Die Bildschirmaufnahmen zeichnen eher ein verliebtes, anzügliches, beinahe sogar schon obsessives Bild von Solís. Dazu erklärt Hewson: „Ich gebe keines dieser Bilder preis, um Jara in irgendeiner Weise bloßzustellen, und ich bedaure, dass ich in eine Lage geraten bin, in der es notwendig ist, sie einzubeziehen.“ Sie seien vor allem für die Beurteilung der Art der Beziehung von Bedeutung. Diese war unbestreitbar „kompliziert, schwierig und hat uns beide verletzt.“
Auch habe die Gitarristin einen Brief an Hewson geschrieben – zu keiner Zeit sei das Wort Missbrauch gefallen. „Sie bezeichnete mich nicht als jemanden, der sexuelle Übergriffe begangen hat. Sie sagte nicht, dass ich sie sexuell missbraucht hätte. Stattdessen sprach sie wiederholt über Grenzen, Kommunikation, frühere Traumata, Erwartungen an den Sex, das Tempo, in dem sich unsere Beziehung entwickelte, und darüber, wie man mit diesen Themen im weiteren Verlauf der Beziehung anders umgehen könnte.“
Zudem gibt er an, dass er wegen der Vorwürfe nie von der Polizei vernommen worden sei und es keine strafrechtliche Verfolgung der Angelegenheit gebe. Jedoch habe die ganze Situation auch bei ihm Folgen hinterlassen, die ihm beinahe in den Suizid getrieben hätten. Weiterhin stehen Aussagen gegen Aussagen.
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Quelle: METAL HAMMER.de















