Kiss-Bassist Gene Simmons packt über Gründungsmitglieder aus
In einem neuen Gespräch mit Moynihan Report hat Gene Simmons ungewöhnlich offen über die schwierigen Jahre mit den ursprünglichen Kiss‑Mitgliedern gesprochen – und über den Tod von Gitarrist Ace Frehley, der die Fan-Gemeinde vergangenes Jahr erschüttert hat. Auf die Frage, ob die Konflikte innerhalb der Band vor allem finanzieller Natur gewesen seien, winkte Simmons ab. Drogen und Alkohol, so der Bassist, seien die eigentlichen Gründe gewesen. „Ohne Ace und Peter Criss wären wir nicht da, wo wir heute sind“, betonte er dennoch.
Ace Frehley kämpfte mit enormem Druck
Besonders Frehleys wiederholte Ausstiege aus der Band und sein Tod scheinen Simmons bis heute zu beschäftigen. Ace habe einen gewaltigen Einfluss auf ganze Generationen von Gitarristen gehabt – von Dimebag Darrell bis Mike McCready. Doch der Druck des Musikgeschäfts habe ihn zunehmend überfordert. Simmons erinnerte sich an ein Gespräch, das Frehley vor einem seiner Ausstiege mit ihm führte: „Wenn ich wieder auf Tournee gehe, bringe ich mich um.“ Der psychische Stress sei für ihn schlicht nicht auszuhalten gewesen.
Als Ace nach mehreren Comebacks erneut zur Band zurückkehrte, sei sein Zustand kritisch gewesen. Simmons sprach von „sehr ernstem Drogenkonsum“, der auch Frehleys Familie belastete. Bei der Preisverleihung Kennedy Center Honors 2025 blieb neben Stanley und Simmons ein Stuhl leer – als Zeichen für den verstorbenen Gitarristen. Seine Tochter Monique nahm stellvertretend teil.
Peter Criss sieht sich als Opfer
Auch über den Gründungsschlagzeuger Peter Criss äußerte sich Simmons ungewohnt direkt. Wenn man sich treffe, sei alles gut, doch auf Distanz würden alte Muster wieder sichtbar. „Peter hat sich immer als Opfer gesehen“, sagte Simmons. Statt Verantwortung für sein Verhalten zu übernehmen, habe Criss häufig den Eindruck vermittelt, man habe sich gegen ihn verschworen.
Finanziell sei Criss seit Jahrzehnten kaum noch beteiligt. Bereits 1982 wurde er ausbezahlt, später auch Ace Frehley. Seitdem seien alle weiteren Kiss‑Mitglieder im Grunde Angestellte gewesen. Für Simmons ist das nüchterne Realität: „Bands sind ein Geschäft. Geld muss irgendwo herkommen.“
Ein stabiles Duo im Zentrum
Über sein Verhältnis zu Paul Stanley verlor Simmons hingegen nur positive Worte. Man müsse nicht immer einer Meinung sein, doch die gemeinsamen Grundwerte seien entscheidend: Disziplin, Arbeitsethik, keine Drogen, kein Alkohol. In einer Rock-Welt voller „Loser“, wie Simmons es formulierte, sei das ihr gemeinsamer Kompass geblieben.
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Quelle: METAL HAMMER.de
















