Ein audiovisuelles Fest für Fans
Der Horror aus Raccoon City kriecht erneut aus der Dunkelheit und auf die große Leinwand. Nach sieben mehr oder weniger gelungenen Versuchen wagt sich nun ‘Weapons’-Regisseur Zach Cregger an eine neue Live-Action-Adaption von Resident Evil. Das Ergebnis ist überraschend: Statt sich ausschließlich auf Schockmomente und Gore zu verlassen – von beidem gibt es reichlich –, entfaltet Cregger einen Thriller, der seine Spannung bis zur letzten Sekunde hält.
Bryan als neuer Sympathieträger
Bryan, ein medizinischer Kurier, ist gerade auf dem Weg zum Raccoon City General Hospital, als er auf mutierte Menschen trifft. Ein mysteriöser Ausbruch verwandelt seine alltägliche Lieferung in einen Kampf ums nackte Überleben.
Statt auf eine Gruppe von Überlebenden zu setzen, konzentriert sich Cregger in ‘Resident Evil’ (2026) auf die Entwicklung eines einzigen Charakters. Bryan wird gerade durch seine Schwächen zum Sympathieträger: Als inkompetenter Normalo mit Ecken und Kanten stolpert er sich durch schlampige Versuche, das Richtige zu tun. Wie ein Fisch auf dem Trockenen findet er sich im Chaos wieder – und wirkt dadurch wesentlich menschlicher. Bryan erinnert dadurch sehr an einen jungen Leon Kennedy, der auf seinem ersten Arbeitstag mit der Apokalypse konfrontiert wird.
Nostalgie und Gänsehaut: Ein audiovisuelles Fest für Fans
Das Blutbad wird von dem perfekten Spannungsaufbau getragen. Cregger lässt die Anspannung zu keinem Zeitpunkt abfallen: ‘Resident Evil’ verspricht Gänsehaut bis zur letzten Sekunde. Unterstützt wird das vom hervorragenden Score von Hays und Ryan Holladay sowie der kreativen Kameraarbeit von Dariusz Wolski (‘Fluch der Karibik’). Beeindruckende Kamerafahrten wechseln sich immer wieder mit First-Person-Perspektiven ab. Diese erinnern nicht nur an das Spielerlebnis, sondern machen den Schrecken unmittelbar und persönlich erfahrbar.
Auch langjährige Fans kommen auf ihre Kosten: Kleine Eastereggs und zahlreiche Witze sind überall im Film versteckt. Gleichzeitig bekommen Gore-Freunde reichlich blutiges Futter. Jumpscares werden überraschend kreativ eingesetzt und tauchen häufig genau dort auf, wo man sie am wenigsten erwartet.
Auch skeptische Fans der ikonischen Videospielreihe werden mit ‘Resident Evil’ (2026) enorm viel Spaß haben. Im Vergleich zu Creggers Vorgänger ‘Weapons’ (2025) setzt der Film zwar deutlich weniger auf metaphorisches Storytelling, dafür liefert er eine packende Achterbahnfahrt durch das geliebte Universum – und wird der Reihe dabei erstaunlich gut gerecht.
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Quelle: METAL HAMMER.de

















