Alex Terrible weist Nazi-Vorwürfe zurück
Slaughter To Prevail-Frontmann Alex Terrbile muss sich immer wieder zu Anschuldigungen äußern, dass er womöglich ein Nazi sei. Konkret geht das darauf zurück, dass er sich als Heranwachsender eine Schwarze Sonne (auch Sonnenrad genannt) hat stechen lassen. Dabei handelt es sich um ein Symbol der Nationalsozialisten sowie der rechtsextremen Szene. Mittlerweile hat der 33-Jährige das Tattoo schwärzen lassen. In den Sozialen Medien sah sich der Russe nun offenbar dazu gezwungen, ein für alle Mal mit den Vorwürfen aufzuräumen.
Jugendliche Rebellion
„Eines möchte ich jedem, der mit mir zusammenarbeitet, mit mir zusammenarbeiten möchte oder in Erwägung zieht, künftig Geschäfte mit mir zu machen, ganz klarmachen“, beginnt der Slaughter To Prevail-Schreihals seine Ausführungen. „Ich habe große Pläne für meine Musik, meine Karriere und alles, was ich drumherum aufbaue. Im Lauf der Jahre haben sich einige Menschen und Unternehmen gegen eine Zusammenarbeit mit mir entschieden — wegen Kontroversen um meine Vergangenheit. Manche haben mir sogar privat gesagt, dass sie mich respektieren und unterstützen. Doch sie haben Angst davor, wie sich eine Verbindung zu mir auf ihren Ruf auswirken könnte.
Das verstehe ich. Jeder hat das Recht, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Aber ich möchte auch, dass die Leute genau verstehen, wo ich stehe. Ich bin kein Nazi. Ich habe mich nie als Nazi betrachtet und werde das auch nie tun. Als Teenager in Russland verkehrte ich in rechten Kreisen und der Subkultur der Fußball-Hooligans. Ich wusste, was die Schwarze Sonne ist, und kannte ihre Geschichte. Doch innerhalb der speziellen Subkultur, der ich damals in Russland angehörte, empfand ich das Tragen dieses Symbols nicht als Bekenntnis zum Nationalsozialismus oder Faschismus.
Gegenseitigkeit
Für mich stand es für etwas Extremes, Rebellisches, das mit meinem damaligen Umfeld verknüpft war. Heute, als Erwachsener, verstehe ich, dass meine persönliche Interpretation eines Symbols dessen Geschichte oder die Bedeutung für andere Menschen nicht auslöscht. Ich verstehe, warum Menschen dieses Symbol sehen und sofort bestimmte Annahmen über mich treffen. Weiter verstehe ich, dass es meine Entscheidung war, mir dieses Symbol stechen zu lassen, und ich übernehme die Verantwortung dafür. Aber das bedeutet nicht, dass ich ein Nazi war oder bin.
Zu jenem Zeitpunkt in meinem Leben konnte ich aufgrund von Panikattacken, Depressionen und Herzproblemen nach einer Überdosis kaum das Haus verlassen. Und ich sage es hier ganz deutlich: Ich bin nicht rechts. Ich bin nicht links. Ich bin Musiker, Vater und Ehemann, der versucht, sich selbst zu verstehen und jeden Tag eine bessere Version seiner selbst zu werden. Wenn ihr aufgrund der Kontroversen um meine Vergangenheit nicht mit mir weitermachen oder zusammenarbeiten wollt, verstehe ich das. Aber dann werde auch ich in Zukunft nicht mit euch zusammenarbeiten. Viele Menschen haben mir in der Vergangenheit den Rücken gekehrt.
Doch als ich dann Erfolg hatte, wollten sie plötzlich mit mir zusammenarbeiten — trotz genau derselben Kontroverse. Nein, danke. Und all jenen, die mit mir gearbeitet haben und es weiterhin tun – jedem Label, jeder Band, jedem Unternehmen und jeder einzelnen beteiligten Person – bin ich zutiefst dankbar. Ich weiß, dass ihr manchmal euren eigenen Ruf aufs Spiel setzt, wenn ihr zu mir steht. Aufrichtiger Dank an euch dafür, dass ihr mir wegen der Fehler meiner Vergangenheit nicht den Rücken gekehrt habt und dass ihr an mich als Mensch glaubt.“
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Quelle: METAL HAMMER.de
















