Kritik zu The Ocean SOLARIS
Mein Gott, wann ist das passiert? Ein zwölftes The Ocean-Album? So schnell wird man alt. Als Kollektiv wühlen sich die Berliner seit einem Vierteljahrhundert durch die Erdgeschichte, durch Plattentektonik, Große Sauerstoffkatastrophe, Massensterben, neue Lebensformen und Dystopien. Nach dem Abriss von HOLOCENE (2023) haben sich The Ocean zwischenzeitlich – mal wieder – komplett neu manifestiert, mit neuen Mitgliedern, neuer Dynamik und stark veränderter Energie. Bis auf Gründer/Gitarrist/Background-Sänger Robin Staps und Basser Mattias Hägerstrand ist das Line-up ein neues. Allein die Prägung durch den neuen Shouter Enrico Tiberi und Sängerin Lane Shi würde reichen, die Band auf null zu setzen, aber mit zwei neuen Gitarristen (Emmanuel Jessa und Marco Gennaro) und einem neuen Drummer (Jordi Farré) donnert der Zug tatsächlich in eine andere Richtung. Wie soll man’s nennen? Proggige Linkin Park mit Deathcore-Einflüssen? Und nachdem, wie gesagt, die Erde auf HOLOCENE ein unbewohnbarer Ort geworden ist, strebt man mit SOLARIS nun hinaus in artifizielle Parallelwelten. Fans von Stanisław Lem und Andrei Tarkowski wissen Bescheid; Solaris ist ein Planet ganz weit draußen und die letzte Grenze des menschlichen Verstands. SOLARIS bildet diese Herausforderung ab, mit Wucht und Drive und einer Opernhaftigkeit, an die ich mich, ich geb’s zu, erst noch gewöhnen muss. Aber vielleicht bin ich damit nicht allein.
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Quelle: METAL HAMMER.de

















