Kritik zu Metalite DISCOVERY
Boah – ganz schwierige Nummer. Ich fühle mich wie mein Meniskus im rechten Knie und bin hin- und hergerissen. Einerseits hauen Metalite eine geile Gesangslinie nach der nächsten raus. Überragend ist dabei Sängerin Erica Ohlsson, die mit ihrer glasklaren, enorm eingängigen Stimme problemlos auch im Pop-Bereich brillieren würde. Tatsächlich musste ich während DISCOVERY mehrfach an Ace Of Base denken – und das ist ausdrücklich positiv gemeint. Metalite feuern derart viele Hooks ab, dass es fast schon zu viele für zwei Ohren sind. Was davon allerdings einiges wieder einreißt, sind die unglaublich süßlichen Instrumentierungen. Stellt euch einfach vor, ihr kaut nicht auf einem Bonbon, sondern auf zehn gleichzeitig. Der erste Kick ist unglaublich, aber rechnet anschließend mit reichlich Zahnschmerz. Synthesizer, elektronische Klangflächen und Melodien türmen sich permanent übereinander und lassen den eigentlichen Metal-Unterbau mit seinen durchaus vorhandenen Riffs gelegentlich beinahe zur Nebensache werden. Reizüberflutung galore (passt ja vielleicht zum Science-Fiction-Konzept der Geschichte) – aber eben mit brutal guten Hooklines. Trotz des futuristischen Überbaus erinnert mich manches musikalisch eher an den Soundtrack einer Manga-Serie. Alles blinkt, glitzert und explodiert gleichzeitig, während Ohlsson scheinbar mühelos den nächsten Refrain aus dem Ärmel schüttelt. So bleibt nach 46 Minuten ein seltsames Gefühl zwischen Begeisterung und völliger Erschöpfung – und der dringende Verdacht, dass mir einige dieser verdammten Refrains trotzdem tagelang nicht mehr aus dem Kopf gehen werden.
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Quelle: METAL HAMMER.de

















