Kritik zu Kongh DISSOLVED IN TIME
In unserer hektischen Gegenwart sollten wir dankbar für Sludge sein. Musik, die die Langsamkeit immer neu entdeckt und eine Architektur der Trägheit zelebriert, die wir im Alltag verlernt haben. Auch Kongh aus dem Cult Of Luna-Umfeld haben es nicht eilig. Ganze sechs Minuten dauert es, bis man erstmals Gesang vernimmt. Zäh wird es davor dennoch nicht. Die hohe Kunst des schleppenden Sludge/Doom ist eben nicht nur pure, verzerrte, bodenlos tiefgestimmte Langsamkeit, sondern elektrisierende, hypnotisierende Dynamik, die auch ohne Tempowechsel oder ständige Breaks funktioniert. DISSOLVED IN TIME ist ein Fluss von einem Album, das über zehn Jahre hinweg Gestalt annahm und dann binnen eines halben Jahres zu drei dröhnenden Oden an das Nichts gegossen wurde. Gemeinsam mit einigen früheren Band-Kollegen von Cult Of Luna errichtet Mastermind David Johansson drei dunkle Türme, drei überlange Sludge-Kreaturen, die sich langsam winden wie riesenhafte Schlangen aus einem rätselhaften Mythos. Zeitlosigkeit bestimmt die Kompositionen, die fern von den Naturgesetzen zu existieren scheint und ihren ureigenen kosmischen Regeln gehorcht. Klar steckt Cult Of Luna drin, klar auch Yob. Beide Bands haben die Regeln ihrer eigenen musikalischen Felder mitgeschrieben. Kongh empfehlen sich mit einem grenzenlosen, raumfüllenden Sound und hypnosegleicher Schwere als starke Anwärter auf das Sludge-Comeback des Jahres.
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Quelle: METAL HAMMER.de

















