Kritik zu Lacrimas Profundere LAY ME DOWN O SILENT FEAR

Der 2018 dazu­gestoßene Sänger Julian Larre ist ein echter Glücksfall für die 1993 aus der Taufe gehobenen Lacrimas ­Profundere: Er verleiht dem von Gitarrist Oliver Nikolas Schmid komponierten Gothic Metal nicht nur verblüffende stimmliche Varianz (in ‘A Sinful Desire’ fühlt man sich im Refrain gar an Corey Taylor erinnert), sondern verjüngt die stilistische Anmutung des Materials auch zusehends. Ein wichtiger Faktor dafür ist der Ausbruch aus den schwermütig-schwelgenden Schatten durch die Einflechtung von Growls, die beispielsweise den Auftakt ‘Days Of Doom’, das an skandinavischen Melo Death erinnernde ‘O Silent Fear’ (Anspieltipp für Insomnium-Fans) oder das wüste Finale ‘At The End Of A Dream Lies The Hope You Once Killed’ prägen. Dass harscher Gesang nicht mit dem Holzhammer in den sinistren Sound des Quartetts geprügelt wird, zeigen der beschwingte, trotz aller Schwärze locker-leichte Rocker ‘Nevermore’ (mit Rabenkrächzen) oder die doomige Leidoffensive ‘Agony (In Dread And Dust)’. Auch bewusst eingesetzte Orchestrationen in Liedern wie ‘Heart I Will Break You Before You Break Me’ oder der bombastischen Ballade ‘Veil XV’ stehen den Süddeutschen gut zu Gesicht. LAY ME DOWN O SILENT FEAR entpuppt sich als von vorn bis hinten stimmiges Werk, das gleichermaßen Mut zur Weiterentwicklung sowie Geschmackssicherheit im eigenen Kosmos beweist und ein gefundenes Fressen für alle Fans des gotischen Gefühls darstellt. Der Herbst kann kommen!

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Quelle: METAL HAMMER.de