Kritik zu Hatesphere GUILLOTINE

So richtig hatte man die Dänen Hatesphere nicht mehr auf dem Zettel. Zu viele Line-up-Wechsel und auch Alben, die direkt nach einmaligem Hören wieder in den Plattenschrank zurückwanderten. Doch ­GUILLOTINE setzt endlich mal wieder ein Ausrufezeichen, und man fühlt sich nach dem eröffnenden Brecher ‘Dogma’ direkt an THE SICKNESS WITHIN (2005) erinnert – vor allem, weil Sänger Mathias Uldall klingt wie einst der junge Jacob Bredahl. Fein. So geht es weiter: GUILLOTINE serviert mit Songs wie ‘Mouth Filled With Barbed Wire’, ‘Human Scum’ oder ‘Morbid’ dreckigen, handgemachten Thrash-/Death Metal mit ordentlich Schmackes. Schnell, aggressiv, melodisch und immer schön auf die Zwölf – der Nacken bekommt also erneut mehr Arbeit, als ihm lieb sein dürfte. Im Vergleich zu HATRED REBORN von 2023 geht es diesmal allerdings eine Spur finsterer und atmosphärischer zu, und die typischen Hatesphere-Trademarks werden runderneuert. Rasende Riffs schmücken wuchtige Grooves aus, während melodische Passagen immer wieder für Kontrast sorgen. Statt nur stumpf Vollgas zu geben, wissen die Dänen auch, wann etwas mehr Atmosphäre den nächsten Schlag noch wirkungsvoller macht. Thematisch wird es nachdenklich: Zwischen menschlicher Natur und gesellschaftlichen Zwängen wird ordentlich am moralischen Kompass gerüttelt. Wer am Ende zuerst einknickt – Mensch oder Gesellschaft –, bleibt offen. Fest steht nur: Bei Hatesphere wird nicht lange philosophiert – hier wird der moralische Zeigefinger kurzerhand mit der Guillotine gekürzt.

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Quelle: METAL HAMMER.de