Dave Lombardo vermisst den ungezähmten Thrash Metal

REIGN IN BLOOD, das legendäre dritte Studiowerk von Slayer, zelebrierte am letzten Mittwoch, den 7. Oktober sein 40. Jubiläum. Im Gespräch mit Loaded Radio blickte Drummer Dave Lombardo auf diesen kompromisslosen Meilenstein des Thrash Metal zurück.

Gefragt nach seiner heutigen Sicht auf das vier Jahrzehnte alte Werk gestand das Slayer-Gründungsmitglied, dass die Musik bei ihm noch immer physische Reaktionen auslöst: „Die Handflächen werden schweißnass, der Puls steigt, und ich bin ganz im Moment versunken.“

REIGN IN BLOOD sorgt nach wie vor für Adrenalinschübe

„Ich habe diese Songs in meinem Leben schon so oft auf der Bühne gespielt, und dieses Adrenalin – schon allein der Gedanke daran löst das Adrenalin wieder aus“, führte Lombardo weiter aus. Die im Oktober 1986 über Def Jam Recordings veröffentlichte LP markierte für Slayer einen entscheidenden Karriereschritt. Es war ihr Einstieg bei dem Majorlabel und zugleich das erste gemeinsame Projekt mit dem Produzenten Rick Rubin.

„Das Album gibt mir einen richtigen Energieschub. Wenn ich einen Herzstillstand bekomme, spielt einfach ‘Angel Of Death’ oder ‘Raining Blood’, und ihr werdet sehen, wie ich wieder auftauche und sage: ‚Hey, was ist denn hier los?‘“, scherzte Dave.

Lombardo erinnerte zudem an den 2013 an einer Leberzirrhose verstorbenen Slayer-Gitarristen Jeff Hanneman, aus dessen Feder Klassiker wie ‘Angel Of Death’ oder das spätere ‘South Of Heaven’ stammen. „[Jeff] war ein toller Kerl. Er war witzig. [Er war ein] großartiger Songwriter. Jeff war ein Pionier. Er kam als Autodidakt zur Band, hat es von da an weit gebracht und einige der großartigsten Songs unseres Genres geschaffen.“

Dave vermisst den ungezähmten, rohen Thrash Metal

Auf die Frage nach seiner fortwährenden Verbundenheit zum Genre entgegnete Dave: „Ich mag Thrash, wenn ich guten Thrash höre.“ Der heutige Einsatz von moderner Computersoftware lasse aktuelle Produktionen jedoch oft steril wirken. „Und so vermisst man irgendwie dieses Wechselspiel dieser Alben – sie waren unruhig. Sie waren einfach sehr aggressiv. Und das konnte man hören.“

Klanglich zeichnet sich die Platte vor allem dadurch aus, dass Rubin komplett auf künstlichen Nachhall verzichtete. Dieses trockene Fundament erzeugt eine unheilvolle, ungeschliffene Atmosphäre, die das gesamte Genre nachhaltig prägte.

„Ich konnte sehen, wie sich das auf der Platte widerspiegelte. Als wir diese Songs aufnahmen, schauten wir uns an und sagten: ‚[…] Lassen wir es richtig krachen.‘ Auf vier setzt die Band einfach ein. Wut, Angst, Adrenalin – einfach alles.“

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Rick Rubin revolutionierte den Thrash Metal-Sound

Mit REIGN IN BLOOD kam es zur ersten Kollaboration zwischen Slayer und Rick Rubin, der bis dato vorwiegend im Hip-Hop-Bereich tätig war. Seine mangelnde Erfahrung im Metal erwies sich als Vorteil, da er unbefangen an das Projekt heranging und auf typische Genre-Klischees verzichtete.

In einem Interview mit Metal Injection im Jahr 2024 reflektierte Rubin über sein damaliges Konzept. „Ich hatte nicht den Ballast der alten Vorgehensweisen […] Und in diesem Fall waren diese Musikformen so neu, dass die alte Vorgehensweise ihre Wirkung geschmälert hätte. Es hätte sie nicht besser gemacht.“

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Quelle: METAL HAMMER.de