Warum ihr geplantes Album scheiterte

Black Sabbath hätten beinahe ein weiteres Album in Originalbesetzung aufgenommen. Doch laut Produzent Andrew Watt scheiterte das Vorhaben nicht an seiner Begeisterung, wie Tony Iommi kürzlich angedeutet hatte, sondern daran, dass Schlagzeuger Bill Ward aus persönlichen Gründen nicht mit dabei sein konnte.

Im Podcast „The Rolling Stone Studio“ stellte Watt nun klar, dass Iommis Aussage „aus dem Zusammenhang gerissen“ worden sei. „Das ist nicht der Grund, warum es nicht geklappt hat“, betonte der Produzent, und erklärte, warum die geplante Fortsetzung von 13 letztlich nie zustande kam. „Wenn Bill Ward nicht mitmachen kann, gibt es keinen Grund, das Album aufzunehmen.”

Eine frische Idee für Black Sabbath

Nach der Zusammenarbeit an ORDINARY MAN (2020) und PATIENT NUMBER 9 (2022) wollten Ozzy Osbourne und Watt musikalisch neue Wege einschlagen. Deshalb habe man überlegt, was sich als Nächstes ausprobieren ließe – etwa ein gemeinsames Album mit Tony Iommi.

Schließlich brachte Ozzy die entscheidende Idee ins Spiel: Statt eines weiteren Soloexperiments sollte es ein Black Sabbath-Album werden. Dies war noch lange vor dem späteren Abschiedskonzert „Back To The Beginning“. Besonders wichtig war laut Andrew dabei die Vorstellung, Bill Ward wieder mit an Bord zu holen. „Ich glaube, die Idee, etwas mit Bill auf die Beine zu stellen, war Ozzy sehr wichtig.“ 

Ozzys Anweisungen an Bill

„Wie Ozzy es immer tat, gab er mir die Anweisungen“, erinnerte sich Watt lachend. „Ruf Tony an. Dann rufst du Geezer an. Dann Bill.“ Watt kontaktierte zunächst Iommi und Butler. Beide waren grundsätzlich bereit, sich auf das Projekt einzulassen – allerdings unter einer klaren Voraussetzung: Bill Ward musste dabei sein. Damit hing die Zukunft des geplanten Albums maßgeblich von der Rückkehr des ursprünglichen Schlagzeugers ab.

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Youtube

Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Warum Bill Ward nicht dabei sein konnte

Die Vorgeschichte machte eine Wiedervereinigung ohnehin kompliziert. Bereits für 13 war Ward nicht ins Studio zurückgekehrt, nachdem die Vertragsverhandlungen gescheitert waren. Obwohl er der Reunion der ursprünglichen Besetzung zunächst zugestimmt hatte, zog er sich Anfang 2012 zurück. Den angebotenen Vertrag bezeichnete er damals als „ununterzeichnungsfähig“, da dieser seinen Beiträgen zur Band nicht gerecht werde.

Für das neue Vorhaben nahm Watt dennoch persönlich Kontakt zu Ward auf. „Eines der seltsamsten, lustigsten und zugleich coolsten Gespräche überhaupt – schließlich redet man da mit Bill Ward.” Schließlich musste der Produzent jedoch akzeptieren, dass Ward aus persönlichen Gründen nicht dazu in der Lage war, das Album fertigzustellen.

Watt möchte dabei nicht näher auf Wards Hintergründe eingehen. Der Black Sabbath-Produzent berichtete allerdings, dass er und die Black Sabbath-Gründungsmitglieder eine ehrliche und ausführliche E-Mail von Ward erhalten hätten, in der dieser seine Situation erklärte. Daraufhin sei die Entscheidung gefallen, das Projekt nicht ohne ihn fortzusetzen. Die Haltung sei eindeutig gewesen: „Wenn Bill nicht mitmachen konnte, gab es keinen Grund, das Album aufzunehmen.”

Andrew Watt widerspricht Tony Iommi

Vor diesem Hintergrund äußerte sich Watt auch zu Tony Iommis jüngster Aussage gegenüber dem Magazin „Classic Rock“. Der Gitarrist hatte erklärt, er habe keine Lust gehabt, das von Watt gewünschte letzte Black Sabbath-Album zu produzieren, weil dieser „zu begeistert“ gewesen sei.

Watt räumte ein, zweifellos ein begeisterter Musiker und Mensch zu sein. Er betonte aber, dass seine Euphorie nicht der Grund für das Scheitern des Projekts gewesen sei. „Das ist, glaube ich, aus dem Zusammenhang gerissen.” Vielmehr hätten die persönlichen Umstände rund um Ward den Ausschlag gegeben.

Gleichzeitig zeigte Watt Verständnis dafür, dass Iommi die Geschichte im Interview nicht ausführlich erläutert hatte. “Ich bin mir sicher, dass Tony keine Lust hatte, auf all das einzugehen.”

An der engen Verbindung zwischen den beiden Musikern ändert das nichts. Watt bezeichnete Iommi als großartigen Mentor und erinnerte sich gerne an die gemeinsame Arbeit an einigen Songs für Ozzys Album. “Die Zusammenarbeit war fantastisch.”

Tony Iommi über sein neues Soloalbum

Tony Iommi sprach mit METAL HAMMER über seine kommende Solo-EP FROM THE DARK und sein Leben nach Black Sabbath: “Zunächst kam mir der Gedanke, ein Instrumental-Album zu schreiben.”

Das volle Interview findet ihr in der METAL HAMMER-Novemberausgabe!

—
Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.

Tony Iommi über das Leben nach Black Sabbath, sein neues Album FROM THE DARK und sein Soloschaffen: Lest die große Titelgeschichte in der aktuellen METAL HAMMER-Ausgabe 11/2026! Jetzt am Kiosk, in unserem Online-Shop und günstig im Abo.



Quelle: METAL HAMMER.de