Fernando Ribeiro plädiert für mehr Ehrlichkeit

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Vor ziemlich genau 30 Jahren erschien Moonspells Zweitwerk IRRELIGIOUS, das als wichtiger Beitrag zum Anfang der Neunziger aufkommenden Genre Gothic Metal gilt. Das Zusammenspiel aus Fernando Ribeiros verführerisch-tiefer Stimme, schwülstigen Key­board-Teppichen, schwelgenden Doom-Passagen und aufbrausenden Riff-Melodien fasziniert bis heute; Stücke wie ‘Opium’, ‘Awake!’, ‘Mephisto’ und natürlich ‘Full Moon Madness’ halten sich wacker in der Livesetlist der Portugiesen.

Selbstzweifel

Drei Dekaden später kehrt das Quintett auf seinem 13. Studiowerk zur damaligen Ästhetik zurück: FAR FROM GOD stellt eine bewusste Abkehr von aktuellen Debatten dar und gibt sich stattdessen dunkler Romantik, mysteriösen Nachtgestalten und dem Übersinnlichen hin. Nach der Pandemie und dem von absurden Kontroversen begleiteten HERMITAGE (2021) steckten Moonspell in einer Existenzkrise. Der Frontmann berichtet von Selbstzweifeln, Inspirationsverlust und Gewichtszunahme, Krankheitsschüben, depressiven Episoden und Gedanken an das Ende seiner Band.

„Ich weiß nicht, ob andere Gruppen so etwas auch haben – in Interviews wirken alle immer so selbstsicher“, sinniert der 51-Jährige, und plädiert für mehr Ehrlichkeit. Ihm stellte sich vor allem eine Frage: „Warum sollten Moonspell neue Musik veröffentlichen? Wir haben eine tolle Vergangenheit und könnten davon leben, als unsere eigene Tributeband aufzutreten. Es fühlte sich nicht so an, als sei die Band inspiriert. Es gab viele Demos, ich hatte über 50 Textentwürfe und zehn Album­titel, doch nichts wirkte richtig.“

Das wichtigste Album

Um präsent zu bleiben, spielten die Portugiesen Legacy-Tourneen sowie eine Orchester-Show, die größer als erwartet ausfiel und als zweites Live-Dokument innerhalb weniger Jahre auf den Markt kam. „Danach mussten wir uns zusammenreißen und mit der Musik auseinandersetzen. Ich versammelte die Jungs und sagte zu ihnen: Dieses könnte das wichtigste Album unserer Karriere werden – es wird darüber entscheiden, ob wir noch fähig sind, neue Musik zu schreiben, die uns und die Fans interessiert.“

Warum die Genese von FAR FROM GOD zu einer der schönsten Schaffensreisen im Moonspell-Kosmos wurde, warum im Zentrum immer die Musik stehen muss und was für Moonspell frustrierend ist, lest ihr in der METAL HAMMER-Juliausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

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Quelle: METAL HAMMER.de