Kritik zu Cyhra REQUIEM FOR A PIPE DREAM
2010 trennten sich die Wege von Gitarrist Jesper Strömblad und seiner Band In Flames. Dem Sound derer Frühphase huldigt der Komponist seit 2020 mit halb Göteborg bei The Halo Effect. In der Dekade dazwischen unternahm der Schwede einige musikalische Abenteuer von hart bis zart. Letztes gilt vor allem für die Gruppe Cyhra, die Strömblad 2016 mit Sänger/Keyboarder Jake E ins Leben gerufen hat. Dessen frühere Heimat Amaranthe setzt sich auf dem Viertwerk leider allzu oft gegen die Göteborger Schule durch: Stücke wie ‘Bleed With Pride’ oder ‘Box With Spirits’ enthalten ziemlich brauchbare Riffs, in ‘Superman’ und ‘Miss Me When I’m Gone’ dominieren hingegen schlimme weichgespülte bis generische Klänge und dominante Samples, deren künstlicher Sound abschreckt. In ‘Ghostbound’ ersticken die Gitarren unter einer dicken Schicht Zuckerguss, und die Ballade ‘In The Center Of A Miracle’ trieft nur so vor Kitsch. Eine bessere Balance gelingt eingängigen Songs wie ‘Mark Of My Sins’ oder ‘Venom In Me’. Auch das härtere ‘Skin From Bones’ könnte ein Lichtblick sein, würde nicht eine Rap-Passage hineingrätschen. Der Bonustrack ‘Hold Your Fire’ mit Samy Elbanna (Lost Society) deutet indes an, was mit anderem Gesang möglich wäre – die Geister scheiden sich schließlich nicht zuletzt an Jake Es poppiger Stimme. REQUIEM FOR A PIPE DREAM mag ordentlich komponiert sein und Fans mit softer, moderner Ausrichtung abholen. Wer Metal jedoch als harte, hauptsächlich handgemachte Musik begreift, dürfte mit anderen Strömblad-Projekten glücklicher werden.
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Quelle: METAL HAMMER.de

















