Kritik zu The Tangent TO FOLLOW POLARIS

The Tangent TO FOLLOW POLARIS

Progressive Rock, Insideout/Sony (7 Songs / VÖ: 10.5.)

Als sich Parallel Or 90 ­Degrees-Tastenfachmann und Sänger Andy Tillison 2003 mit unter anderem The Flower Kings-Gitarrist Roine Stolt un­d Bassist Jonas Reingold sowie dem Van Der Graaf Generator-Saxofonisten David Jackson zusammen­tat, war das Promi-Prog-Projekt als einmalige Albumangelegenheit angedacht. Über zwanzig Jahre, diverse Besetzungswechsel und ein gutes Dutzend Studioalben später sind The Tangent noch immer aktiv. Und auch wenn das 13. Werk der Band nun aus terminlichen Gründen (und im Band-Einvernehmen) von Konstante Tillison komplett im Alleingang geschrieben und eingespielt wurde, soll es nicht die Zukunft widerspiegeln. Der Beschluss, die Folge­scheibe durchaus wieder im Kollektiv entstehen zu lassen, ist nämlich längst gefasst. Doch bleiben wir bei der Gegenwartsmusik, obschon dieser Begriff im klanglichen Kontext von The Tangent etwas unangebracht erscheint, sieht man sich stilistisch doch vor allem in der Tradition der Siebziger-Prog-Giganten.

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So verwundert es auch nicht weiter, dass Tillisons musikalischer Alleingang, der ihn zusätzlich an den Bass, die E-Drums, diverse Gitarren sowie den Blaswandler (gibt es wirklich, schlagt es nach!) getrieben hat, nach Yes, Roger Waters und Pink Floyd oder auch ­Porcupine Tree klingt. Mit Stücken, die zuweilen an der Zwanzig-Minuten-Marke kratzen (‘The North Sky’ liegt zusätzlich auch in der Radio-Edit-Snack-Fassung vor) oder diese gar übertreffen, bietet sich eine riesige Spielwiese für erweiternde oder kontrastierende Klänge. Wie etwa in ‘The Anachronism’, bei dem Tillison unter anderem auch polyrhythmisch am Prog Metal-Puls von Bands wie Dream Theater ist oder das üppige Instrumental ‘Tea At Bettys Simulation’, welches als Jazz-Finger­schnippübung in der Caféhaus-Lounge beginnt. Fans von Neal Morses Schaffen könnten an TO FOLLOW POLARIS durchaus Gefallen finden, auch wenn Tillisons Kompositionen leider dessen Ohrwurmpotenzial fehlen.

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Quelle: METAL HAMMER.de