Manche verstehen Sabaton falsch, findet Bassist Pär Sundström

Sabaton sind definitiv nicht für jedermann — mit dieser Einschätzung lehnt man sich auf keinen Fall zu weit dem Fenster. Die Kriegsthematik, der zugehörige Look und die äußerst eingängig angelegten Lieder muss man mögen. Bassist und Manager Pär Sundström urteilt im Interview bei der TotalRock-Sendung Louder sogar, dass manche Leute nicht genau hinschauen und die Gruppe falsch einordnen.

Fehlinterpretation

Auf die Frage, ob er und seine Sabaton-Kollegen schon einmal einem Fan begegnet sind, der nicht begriffen hat, dass die Formation in ihren Songs nicht den Krieg abfeiert, sondern eben einen Standpunkt dagegen einnimmt, erwidert Sundström: „Wir sind vielen Leuten begegnet, die ich nicht als Fans bezeichnen würde und die die Grundidee von uns völlig missverstanden haben. Es gibt Leute auf dieser Welt, die die Gruppe nicht verstehen. Sie denken, hätten Sabaton die Haltung: ‚Wir finden Krieg cool, wir befürworten Krieg!‘ Auch sagen Leute Sachen wie: ‚Ihr profitiert vom Krieg.‘ Aber es ist genau umgekehrt, es ist das genaue Gegenteil. Wenn man nur mal den Aspekt des Profits betrachtet: Für uns wäre es besser, wenn alle Kriege aufhörten.

Denn wir haben ohnehin genug Material aus der Vergangenheit, um zu zeigen, wie böse die Menschheit war und wie sie sich gegenseitig umgebracht hat. Es gibt also keinen Bedarf an neuen Konflikten. Doch jedes Mal, wenn ein neuer Krieg oder Ähnliches ausbricht, gibt es weniger Menschen, für die wir singen können. Es liegt also definitiv nicht in unserem Interesse, Krieg, die Rüstungsindustrie oder etwas Derartiges zu verherrlichen. Nein, ganz im Gegenteil. Wir sehen uns eher als eine Art Ergänzung: Es gibt Geschichtsbücher, es gibt Museen — und dann gibt es eine Heavy Metal-Band. Wir alle greifen auf dieselbe Vergangenheit zurück, um von dem zu erzählen, was geschehen ist. Aber das aktuelle Geschehen verarbeiten wir nicht.“

Hier im Jetzt

Des Weiteren sollte Pär seine Sicht auf die Zukunft schildern — darauf basierend, dass sich Sabaton im Rahmen des Songwriting eben mit historischen Schlachten, Kriegen und Heldentaten befassen. „Ich möchte nicht allzu pessimistisch in Bezug auf die Zukunft klingen, aber manchmal sieht es tatsächlich düster aus. Wir wollen gar nicht so sehr über die Zukunft und darüber, was sie bringen mag oder nicht, sprechen.

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Wir singen über Geschichte — und die steht fest. Sie ist geschehen, sie ist besiegelt — sie hat die Welt, in der wir heute leben, auf die eine oder andere Weise geprägt – im Guten wie im Schlechten. Aber wir können an der Geschichte nichts mehr ändern — und das ist wichtig. Die Zukunft können wir zwar gestalten, doch es liegt nicht an uns zu bestimmen, wie sie für alle Menschen auf dieser Welt aussehen wird.“

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Außerdem bejahte Pär, dass die Musiker von Sabaton schon „sehr oft“ mit Fans über Geschichte geplaudert haben. „Von vielen der Storys, über die wir singen, wüssten wir ohne unsere Fans gar nicht. Sie kommen zu uns und erzählen uns Dinge — und wir denken: ‚Wow, dem müssen wir mal nachgehen.‘ Wir machen uns eine kleine Notiz oder behalten es im Hinterkopf. Und irgendwann, wenn wir gerade Songs schreiben, sagen wir uns: ‚Vielleicht würde diese Geschichte hier passen.‘ Dann schauen wir nach, recherchieren ein bisschen — und vielleicht funktioniert es dann. Unsere Fans sind demnach definitiv stark daran beteiligt.“


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Quelle: METAL HAMMER.de