Kritik zu Blut Aus Nord ETHEREAL HORIZONS
Vindsval, der kreative Kopf hinter den eine halbe Ewigkeit lang aktiven französischen Black Metal-Experimentalisten, lässt sich gerne treiben – wobei das, was ihn treibt, meist für einen Block aus zwei oder drei Alben reicht. Insofern ist es immer spannend, wenn Blut Aus Nord ein gänzlich neues Kapitel aufschlagen. ETHEREAL HORIZONS markiert nach den beiden 2022 und 2023 erschienenen DISHARMONIUM-Alben (UNDREAMABLE ABYSSES und NAHAB) die aus meiner Sicht willkommene Rückkehr zu einem ganzheitlichen Bandsound. Nach den atonalen „Black Metal als Ambient“-Exkursen bietet das neue Album mal wieder so etwas wie richtige Songs – mit glorreich schillernden Gitarrenmelodien, identifizierbarem Gesang und mitreißendem Tempo. Der grandiose Opener ‘Shadows Breathe First’ mit seinem hymnischen Refrain sorgt sofort dafür, dass meine Skepsis nach einigen durchwachseneren Alben in grellem Licht vergeht und die Wohlfühlhormone, die seit der MEMORIA VETUSTA-Trilogie auf Eis lagen, durch mein Hirn wogen. Es geht danach ein wenig bergab, aber bleibt sturmumtost und auf wunderbar vage, esoterische Art erhaben – ein schwelgerisches Statement für die Schönheit und, was bei Blut Aus Nord fast selbstverständlich ist, für einen Black Metal, der seine eigenen Klischees verachtet und stattdessen nach innen blickt.
Okay – Auswärtsspiel. Auf diesem musikalischen Terrain fühle ich mich eigentlich weder wohl noch heimisch. Umso erstaunlicher, wie tief mich Blut Aus Nord in ihr neues Album hineinziehen. Diese Mischung aus frostiger Kälte, harschem Lärm und heilsamen Wendungen übt eine seltsame Faszination aus. ETHEREAL HORIZONS ist eines meiner meistgehörten Alben diesen Monat, brutal interessant. Vielleicht muss ich mich durch die Diskografie rückwärts hören. Passt ja zum Terrain. Matthias Weckmann (5 Punkte)
Um es diplomatisch auszudrücken: Black Metal ist für gewöhnlich nicht zwingend mein Fall. Umso überraschender ist es, dass es Blut Aus Nord vermochten, mich für sich zu gewinnen. Herrlich stimmungsvoll, episch, mystisch und komplett eigenwillig schmieden Vindsval, V.D. Feld und GhÖst ihre Kreationen. So kommt ETHEREAL HORIZONS gerade recht daher für den düsteren Herbst. Darauf einen Calvados! Lother Gerber (5 Punkte)
***
Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung
***
Quelle: METAL HAMMER.de

















