Warrant-Schlagzeuger hatte nicht nur Prostatakrebs

In einem aktuellen Interview mit Anthony Bryant von dem YouTube-Kanal The Hair Metal Guru sprach Warrant-Schlagzeuger Steven Sweet unter anderem über seine gesundheitlichen Probleme, insbesondere über Prostatakrebs, an dem er 2018 litt und den er glücklicherweise bekämpfen konnte.
„Das Krebsproblem ist weg. Es ist weg. Ich wurde mit Prostatakrebs diagnostiziert und er wurde als moderat progressiv eingeschätzt, was bedeutet, dass es nicht so schlimm war, wie es hätte sein können, aber natürlich schlimmer als gar kein Krebs“, erzählte er. „Es wurde festgestellt, dass der Krebs verkapselt ist. Also er war nur an der Prostata. Er hatte sich noch nicht ausgebreitet, also habe ich mich dazu entschieden ihn operativ entfernen zu lassen.“
Keine Sauerei
„Wenn man als Mann seine Prostata entfernt bekommt – nicht nur erzählt einem niemand, was es bedeutet, aber man realisiert auch nicht was die Folgen davon sind und was das langfristig für einen als Mann bedeutet“, fuhr er fort. „Was kann man noch machen, nachdem die Prostata entfernt wurde? Das ist so eine Auf-gut-Glück-Situation. Es gibt Funktionen, die durch die Operation gestört werden können, und das ist das Hauptproblem, weil die Nerven umschließen die Prostata und müssen zurückgezogen werden, um sie zu entfernen. Die Nerven intakt zu lassen, also das, was die Erektionsfunktion kontrolliert, ist das Härteste an diesem Eingriff.
Was einem auch niemand sagt und was man auch nicht versteht, wenn es jemand erklärt, ist, dass die Prostata ein Ventil ist, das kontrolliert, wie einfach man Wasser lassen oder nicht Wasser lassen kann und wie lange man es einhalten oder nicht einhalten kann“, erklärte Sweet. „Und wenn dieses Ventil weg ist, muss man lernen, es anders einzuhalten, mit anderen Muskeln. Das ist das Merkwürdigste. Diese Dinge sind die Merkwürdigsten. Wenn man aber einen Orgasmus hat, kommt dabei nichts heraus. Das ist das Gute. Man kann einfach Freude haben. Es gibt keine Sauerei. Da ist nichts. Aber es fühlt sich anders an ohne das Warme, das durch den Körper fließt. Es fühlt sich anders an.
Das sind die beiden vordergründigen Folgen. Abgesehen davon, dass Krebs einen umbringen kann, weshalb ich mich auch dazu entschieden habe, die Prostata vollständig entfernen zu lassen, denn ich wollte die Möglichkeit, dass er erneut ausbrechen könnte oder ich sterben würde, vollständig eliminieren„, erklärte er seine Entscheidung für eine operative Entfernung. „Ich wollte mich nicht mit irgendwelchen Behandlungen herumschlagen, die schreckliche Nebeneffekte haben und trotzdem nicht zu hundert Prozent wirksam sind.“
Ein Unglück nach dem anderen
Doch bei dem Prostatakrebs blieb es nicht. „Zwei Wochen, nachdem ich meine Prostata entfernt bekommen hatte, habe ich eine Wirbelsäulenfusion gehabt und dachte mir nur: ‚Macht einfach, eins nach dem anderen‘“, erzählte er, und fügte hinzu: „Ich hatte noch mehr gesundheitliche Probleme seit 2018, aber keinen Krebs, zum Glück.“
Auf die Frage hin, ob nun gesundheitlich alles in Ordnung mit ihm wäre, sagte Sweet: „Ja, mir geht es gut. Aber ich bin es auch gewohnt, eine Fassade aufzusetzen. Ich leide innerlich an anderen Dingen. Ich habe noch immer massive Schulterprobleme. Ich habe ein riesiges Arthritis-Problem in der Hand. Ich hatte eine Hüftoperation vor zwei Jahren. Was noch? Es geht immer weiter. Ich habe mir eine Sehne meines Bizeps gerissen, was bedeutet, dass mein Bizeps jetzt halb an meinem Arm hängt, also es hört einfach nicht auf.“
Wenn auch diese Gesundheitsprobleme belastend sind, sein Schlagzeugspiel soll davon nicht beeinträchtigt sein: „Ich werde weitermachen, solange es geht. Ich kann mit Schmerz umgehen. Es hat mich früher mehr gestört als heute. Aber physisch einen gerissenen Bizeps zu haben – er ist gerissen und man kann ihn nicht operieren, und das ist die andere Sache, dass er von oben, vom Schultergelenk an, gerissen ist, was der Grund ist, warum er gerissen ist, weil meine Schulter so kaputt ist, dass die Knochen gegen die Sehne gerieben haben und das hat sie so abgenutzt, dass sie, als ich die Spülmaschine zugemacht habe, einfach gerissen ist.
Also das kann man nicht reparieren, weil da kaum etwas übrig ist, mit dem man arbeiten kann. Man kann sie nicht zurück an ihren Platz bringen. Aber das hat keinen Einfluss auf mein Spielen, was eine gute Nachricht von den Ärzten war. John Elway [Ehemaliger amerikanischer Football-Spieler] hat zwei Super Bowls mit einem gerissenen Bizeps gewonnen. Wenn er das kann, kann ich es auch.“
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Quelle: METAL HAMMER.de














